25.07.13 Vegetarisches auf dem Holzkohlengrill - Sommerbegegnung als praktizierter Klimaschutz


In der Glut gegarte Kartoffeln, gegrillte Brotscheiben mit Kräuter- und Tomatenbutter, Pilze, Schafskäse, Gemüsespieße, Maultaschen mit Gemüsesäckchen und als Nachtisch mit Balsamico-Essig und Honig bestrichene Nektarinen sowie mit Karamelsahne übergossene Ananas – ebenfalls frisch vom Holzkohlengrill. Das war die Speisefolge des vegetarischen Grillabends zur Halbzeit der Sommerbegegnungen im Heppenheimer Haus der Kirche.

Die 40 Gäste, die der Einladung des Evangelischen Dekanats gefolgt waren, kamen aus dem Staunen nicht heraus,  was alles auf den Grill gelegt werden kann. Einige beobachten das Geschehen am Holzkohlengrill ganz genau, um sich Inspirationen für den heimischen Grillabend zu holen. „Wir wollen die fleischfreien Rezepte nachgrillen“, betonte eine Besucherin aus Bensheim. Ein Gast aus Einhausen meinte: "Wir haben heute wahrlich fürstlich gespeist.“ Das vegetarische Grillgut hatte Kelly Röhrig aus Gorxheimertal (Foto unten) zusammengestellt, die sich durch ihre eigene Koch- und Unterhaltungsshow „learning bei doing“ in der Region einen Namen gemacht hat. Sie führte durch den Abend und erläuterte die einzelnen Speisen. Wie bei allen Sommerbegegnungen war der Eintritt frei.

Das Evangelische Dekanat wollte nach eigenen Angaben mit dieser Sommerbegegnung zum einen deutlich machen, dass vegetarisches Essen lecker und bekömmlich ist und zum anderen darauf hinweisen, dass es aus Gründen des Klimaschutzes nicht immer Fleisch sein muss, das auf dem Grill landet. Denn Tierhaltung für die Fleischproduktion hat einen beträchtlichen Treibhauseffekt. So belastet ein Kilo Rindfleisch das Klima umgerechnet mit 13 Kilo Kohlendioxid. Anders ausgedrückt: 250 Kilometer mit einem Kleinwagen auf der Autobahn ist genauso klimaschädlich wie ein Kilo Rindfleisch aus dem Supermarkt. Das wurde in der Essenspause auch mit einem Kurzfilm veranschaulicht. Das Fazit: Jeder könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn der eigene Fleischkonsum reduziert oder ganz auf Fleisch verzichtet werde.

Bei der Sommerbegegnung unter der großen Linde hinter dem Haus der Kirche kam auch der Biologe Franz Kehm zu Wort. Mit Gleichgesinnten hat er in diesem Jahr damit begonnen, in Heppenheim „uff der Gass“ Kartoffeln und Tomaten anzupflanzen. Es handelt sich um seltene Sorten. „Wir wollen damit zum Erhalt der  Artenvielfalt beitragen“, sagte Franz Kehm. Schade nur, dass die Tomaten und Kartoffeln noch nicht erntereif sind, sie wären sonst gleich auf dem Grill gelandet.

Die Sommerbegegnungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Die Schöpfung bewahren". Bei der nächsten Veranstaltung am kommenden Mittwoch (31. Juli) werden in einer Ausstellung die Ergebnisse der diesjährigen Sommermalwerkstatt präsentiert. Das Thema lautete: Himmel und Erde – dem Schöpfungspsalm 104 auf der Spur.“

Die Ausstellung wird um 20.00 Uhr im Haus der Kirche, Ludwigstraße 13, Heppenheim eröffnet.

Das vollständige Programm der Sommerbegegnungen 2013 finden Sie hier


Text u. Fotos: bet