25.06.13 "nehmt die feder und fangt an" - Frauen verändern Kirche


„Wo die Worte so punktgenau wie ein Federkiel und zugleich so leicht wie eine Feder sind, können sie mit dazu beitragen, dass Unrechtsverhältnisse aufgedeckt und beseitigt werden.“ Das sagte Pfarrerin Dr. Vera-Sabine Winkler in ihrer Dankesrede bei der Verleihung des Argula-von-Grumbach-Preises im fränkischen Heilsbronn. Wie berichtet ist die Gemeindepfarrerin von Gorxheimertal und Bildungsreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße mit dem Sonderpreis für Lyrik ausgezeichnet worden.

Der Wettbewerb für den Argula-von-Grumbach-Preis stand unter dem Motto: „Frauen verändern Kirche – Reformen und Reformationen“. Pfarrerin Winkler hatte das Gedicht „nehmt die feder und fangt an“ eingereicht. Darin heißt es unter anderem: „frauen ist das wort – ein von gott geschenkter hort – der kirche vor erstarren schützt – dabei ihre stärke nützt“. Nach den Worten der Autorin besteht das Gedicht aus Worten, die zugleich ein Bild sind und ohne Interpunktation dahinfließen wie Tinte. Das hatte auch die Jury überzeugt. Schirmherrin Beatrice von Weizäcker sagte in ihrer Laudatio: „Man empfindet die Worte wie einen Rausch, der rauschhaft ist und doch wieder nicht. Das kann nur gute Poesie. Man ahnt, man spürt, man weiß. Deutlicher muss es nicht sein. Man kann selbst etwas damit anfangen, und man denkt an Argula von Grumbach, der die Feder sicher gut gefallen hätte.“ Das Gedicht habe auch durch seine Typographie überzeugt. Die Verse haben die Gestalt einer Feder (Foto), die etwas auf Papier zeichnet.

Den 1. Preis erhielt Pfarrerin Dr. Auguste Zeiß-Horbach (Neuendettelsau)  für den Beitrag „Von der befreienden Kraft des Wortes Gottes. Die Abschiedspredigt der bayerischen Pfarrvikarin Lydia Schröder (1952)“. Jeweils einen zweiten Preis bekamen Sophie Kitzmann (Heimertingen) für ihren Beitrag über „Ruth von Kleist-Retzow – eine starke und fromme Frau“ sowie Pfarrerin Verena Fries (Papua Neu-Guinea) für den Beitrag „Frauen verändern Kirche weltweit… und in Papua Neu-Guinea“

Der Preis wird von der evangelischen Kirche in Bayern verliehen. Er ist nach Argula von Grumbach (1492 – 1536) benannt, eine Anhängerin und Briefpartnerin Martin Luthers. Sie setzte sich für die Reformation in Bayern ein und übte offene Kritik an den gesellschaftlichen Missständen ihrer Zeit.

 

Text u. Foto: bet