24.06.13 "Es hat mir richtig Freude gemacht" - Dr. Heiko Wojtkowiak beendet Vikariat in Alsbach


Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wirbt um theologischen Nachwuchs. Denn ab 2016 wird es nach den Prognosen einen Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern geben. Nach dem Theologiestudium werden sie im Vikariat praktisch auf ihren Dienst vorbereitet. Dr. Heiko Wojtkowiak ist ein Vikar, der es bald geschafft hat. Ende des Monats wird er seine Pfarrerausbildung in der Kirchengemeinde Alsbach beenden.

Seit dem 1. Dezember  2011 ist der 35jährige Vikar in Alsbach. Theologie studiert hat er in Marburg und in Münster, wo er auch im Fach „Neues Testament“ promovierte.  Die Arbeit in der Kirchengemeinde hat er als abwechslungsreich und enorm vielfältig erlebt. „Ich habe so viele neue Erfahrungen gemacht, dass ich jetzt erst einmal etwas Zeit brauche, sie zu ordnen und zu verarbeiten“, betont der Vikar, der nach eigener Einschätzung mit der Gemeinde Alsbach einen guten Griff gemacht hat.

„Es ist eine sehr aktive Gemeinde mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement“, erläutert Heiko Wojtkowiak. Bemerkenswert findet er, dass in der Gemeindearbeit alle Generationen vertreten seien. Das reiche von Jugendlichen, die nach ihrer Konfirmation in die Jugendarbeit einsteigen, bis zu Menschen im hohem Alter, die weiter in der und für die Gemeinde aktiv seien. Die vielen Facetten der Gemeindearbeit seien für ihn prägende Erlebnisse.

Als Theologiestudent hatte er auch nicht gedacht, dass ihm Gottesdienste einmal so wichtig sein würden. „Es hat mir richtig Freude gemacht, mich dort einzubringen und mitzugestalten“. Auch die Bedeutung von Kasualien – das sind Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung – hat er erst in der Gemeindearbeit umfänglich schätzen gelernt.

Das Vikariat bedeutete für den angehenden Pfarrer allerdings kein Honigschlecken. „Es hält einem in Atem. Das Tempo und der schnelle Wechsel der Arbeitsbereiche können auch belastend sein“, räumt Heiko Wojtkowiak ein. Als Vikar habe er sich permanent auf neue Situationen einzustellen. Er müsse Ansprachen halten, auf ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen eingehen und er werde ständig mit neuen Themen und neuen Herausforderungen konfrontiert. Manchmal, so betont er, habe er sich gewünscht, zwei oder drei Wochen hintereinander bei einer Sache bleiben zu können. Doch unterm Strich zählen für ihn die vielen guten und vor allem praktischen Erfahrungen im Gemeindepfarrdienst.

Weitere Erfahrungen will er zunächst bei einem dreimonatigen Spezialvikariat machen. Ab Juli wird Heiko Wojtkowiak in der Gefängnisseelsorge in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt tätig sein.

In Alsbach wird er am kommenden Sonntag (30. Juni) verabschiedet. Der Gottesdienst in der evangelischen Kirche beginnt um 10.00 Uhr. Im Anschluss ist die Gemeinde zum Empfang im Kirchgarten eingeladen.

 

Text: bet
Foto: priv.