21.06.13 „Ich habe euch kein Frauengeschwätz geschrieben" - Auszeichnung für Pfarrerin Dr. Winkler


Die Pfarrerin von Gorxheimertal und Bildungsreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Dr. Vera-Sabine Winkler, wird am Sonntag (23. Juni) für ihren Beitrag zum 5. Argula-von-Grumbach-Wettbewerb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit dem Sonderpreis für Lyrik ausgezeichnet. Die Kolleginnen und Kollegen im Heppenheimer Haus der Kirche gratulieren.

Die Preisverleihung findet im Religionspädagogischen Zentrum in Heilsbronn statt. Schirmherrin ist Dr. Beatrice von Weizsäcker, die auch Mitglied im Präsidium des Evangelischen Kirchentages ist. Pfarrerin Winkler erhält den Sonderpreis der Schirmherrin für ihren lyrischen Beitrag „nehmt die Feder und fangt an“. Ein Interview mit der (Sonder-)Preisträgerin werden wir nach der Preisverleihung im Laufe der nächsten Woche veröffentlichen.

Den 1. Preis erhält Pfarrerin Dr. Auguste Zeiß-Horbach (Neuendettelsau)  für den Beitrag „Von der befreienden Kraft des Wortes Gottes. Die Abschiedspredigt der bayerischen Pfarrvikarin Lydia Schröder (1952)“. Jeweils einen zweiten Preis bekommen Sophie Kitzmann (Heimertingen) für ihren Beitrag über „Ruth von Kleist-Retzow – eine starke und fromme Frau“ sowie Pfarrerin Verena Fries (Papua Neu-Guinea) für den Beitrag „Frauen verändern Kirche weltweit… und in Papua Neu-Guinea“
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Wer ist Argula von Grumbach, nach der der Preis benannt ist? Auf der von den Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. herausgegebenen Website  www.frauen-und-reformation.de heißt es:

An einem Spätsommertag des Jahres 1523 greift Argula von Grumbach in ihrer Schreibstube beherzt zu Federkiel und Papier. In entschlossenem Ton schreibt sie einen Brief an die gelehrten Männer der Universität Ingolstadt. Argula von Grumbach ist zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alt, von adliger Herkunft, gebildet und Mutter von vier Kindern. Ihr forsches Vorgehen, mit dem sie einem bedrängten Anhänger Luthers beistehen will, bleibt nicht folgenlos. Argula von Grumbach geht als frühe protestantische Laientheologin in die Geschichte ein – aber sie opfert für ihre Überzeugungen auch viel.
Das hatte es noch nie gegeben: Eine einzelne Frau fordert mit einem Brief die gesamte Gelehrtenschar der Universität Ingolstadt heraus: Diese möge doch mit ihr, Argula von Grumbach, öffentlich die Auslegung der Heiligen Schrift disputieren. Während sich die Professorenschaft angesichts dieser Dreistigkeit die Augen reibt, weiß die Absenderin sehr genau, was sie will: nämlich mit theologischen Argumenten zu einer Lösung im Fall des jungen Lutheranhängers Arsacius Seehofer, und damit letztlich zur Sache der Reformation beitragen. Selbstbewusst schließt sie denn auch ihren Brief mit den Worten „Ich habe euch kein Frauengeschwätz geschrieben, sondern das Wort Gottes als ein Glied der christlichen Kirche.“ Nur eine einzige Bedingung stellt sie: Das Gespräch möge auf Deutsch stattfinden, denn Latein, die damals gängige Universitätssprache, beherrscht sie nicht.

 

Text: bet
Foto: priv.