28.05.13 Macht des Glaubens - 450 Jahre Heidelberger Katechismus


Auch wenn es heute einen kleinen sonnigen Lichtblick gibt, nach der Wetterprognose bleibt es auch die nächsten Tage wie gehabt – allenfalls wird der Regen etwas wärmer. Statt immer wieder bange Blicke gen Himmel zu richten, empfehlen wir deshalb einen hoffnungsvollen Blick in die beachtenswerte Ausstellung: Macht des Glaubens - 450 Jahre Heidelberger Katechismus.

Vor 450 Jahren, mitten in der Reformationszeit, erschien der Heidelberger Katechismus. Bis heute gibt er über 20 Millionen Menschen religiöse Orientierung. Die große Ausstellung in Heidelberg – im Schloss Heidelberg und im Kurpfälzischen Museum – macht seine Bedeutung erlebbar.

Im Heidelberger Schloss sind die Kurfürsten und ihre Welt das Thema: Es geht um die höfische Lebensform und um die Repräsentation dieser mächtigen Herrscher. Mit dem Wechsel der Konfessionen orientierte sich die Pfalz im damaligen Machtgefüge der europäischen Welt neu.

Das Kurpfälzische Museum behandelt den wissenschaftlichen Aspekt und zeigt die Entstehung des Heidelberger Katechismus. Die Universität in Heidelberg spielte damals eine wegweisende Rolle für die Entwicklung der Theologie. Während in der Kurpfalz die Reformation andere Wege beschritt, ist in den Niederlanden der Calvinismus bis heute verbreitet und der Heidelberger Katechismus in Gebrauch.

Kurfürst Friedrich von der Pfalz war es, der 1563 das schmale Büchlein in Auftrag gab. Es entwickelte sich zum religiösen Lehrbuch von größter Wirkung. Mit dem Heidelberger Katechismus verbindet sich eine Zeit des Umbruchs, die das 16. und 17. Jahrhundert prägte: Der reformatorische Geist veränderte das Lebensgefühl der Menschen. In Heidelberg stand damals der kurpfälzische Hof in höchster Blüte. Die Universität mit der berühmten Bibliotheca Palatina bildete neben Genf und Leyden das geistige Zentrum des Calvinismus.
Die Ausstellung „Macht des Glaubens – 450 Jahre Heidelberger Katechismus“ zeigt hochkarätige Leihgaben aus dem In- und Ausland, ergänzt durch Bestände aus Heidelberg und der Metropolregion. Sie ist ein internationales Projekt und spiegelt damit die weltweite Wirkung des religiösen Lehrbuches aus Heidelberg.

Zu der Ausstellung, die bis zum 15. September zu sehen ist ,gibt es ein interessantes Begleitprogramm. Morgen (29. Mai) hält der Direktors des Kurpfälzischen Museums, Prof.  Frieder Hepp im Königssaal von Schloss Heidelberg um 19 Uhr einen Vortrag über Glanz und Schrecken in der Kurpfalz um 1600. Es geht glanzvollen Höhepunkten in der pfälzischen Residenzstadt ebenso wie um Krieg, Räuberbanden und Naturkatastrophen. Ein Thema so richtig passend für diese Regentage.


Internet: http://machtdesglaubens2013.de/


Foto unten: Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515 - 1576) war der Auftraggeber des Heidelberger Katechismus, sein Porträt befindet sich im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg.