10.05.13 "Meile der Religionen" - Ein Fest, ein Tisch, drei Religionen


"Ein Fest, ein Tisch, drei Religionen" unter diesem Motto luden am Vorabend von Christi Himmelfahrt  Juden, Christen und Muslime gemeinsam zur "Meile der Religionen" in der Mannheimer Innenstadt ein. Unter den rund 6.000 Gästen war auch eine zehnköpfige Gruppe vom Haus der Kirche in Heppenheim.

„Wir stehen hier für den Frieden in dieser Stadt - und darüber hinaus. Wir wollen im Namen Gottes für die Welt ein Bild der Hoffnung geben." Das sagten zur Eröffnung der „Meile der Religionen“ Oberkantor Raffaele Polani für die Juden, Dekan Ralph Hartmann für die Protestanten, Dekan Karl Jung für die Katholiken und Imam Hassan Cakmak für die Muslime. (Foto von l. n. r ).

Zwischen der evangelischen Konkordienkirche und der Synagoge waren über 100 Tische aufgebaut, an denen Ehrenamtliche für die Besucher/innen ein großes Gastmahl angerichtet hatten. Motto: Alle sind eingeladen.Beim gemeinsamen Essen und Trinken (Foto links) sollte ein Zeichen für die gelebte Ökumene gesetzt und zugleich deutlich werden, dass sich die drei Religionen durch Abraham als Stammvater verbunden wissen.

Die Gotteshäuser entlang der „Meile der Religionen“ standen offen. Die Bergsträßer Gruppe besuchte zwar die evangelische Konkordienkirche, die als City-Kirche konzipiert ist und stark im diakonische Bereich tätig ist,  ebenso wie die katholische Kirche San Sebastian, es ist die älteste in Mannheim. Doch ihr Hauptaugenmerk galt der Synagoge und den beiden Moscheen.

Die Mannheimer Synagoge (Foto links), die 1987 neu errichtet wurde, steht auf dem Platz der alten Synagoge, die bei dem Novemberpogrom 1938 von den Nationalsozialisten zerstört und gesprengt wurde. Damals hatte die jüdische Gemeinde in Mannheim als größte in Baden rund 7.000 Mitglieder. Heute sind es 500.

 

 

Die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee (Foto unten) bietet rund 2.500 Gläubigen Platz. Sie ist eine der größten in Deutschland. Bei einer Moscheeführung wurde den Gästen auch die rituelle Vorbereitung auf das Gebet gezeigt. Der Pfarrer für Ökumene und Mission im Dekanat Bergstraße, Tilman Pape (Foto links), stellte sich als Freiwilliger zur Verfügung und reinigte sich vorbildlich. Das war sauber - Beifall für die Bergstraße!


 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


In unmittelbarer Nähe zur Yavuz-Sultan-Selim-Moschee (Foto links) befindet sich die IGMG-Fatih-Moschee. Für gleich zwei türkische Moscheen so nah beieinander gibt es nach Darstellung der Moscheevertreter einen Bedarf. Insbesondere bei den Freitagsgebeten seien die Moscheen stets voll, wurde den Besuchern erläutert.

In Mannheim leben ca. 30.000 Türken. Die Gesamtzahl der Muslime in der Stadt wird auf etwa 50.000 geschätzt. Zum Vergleich: die Zahl der Evangelischen beträgt derzeit rund 80.000, die der Katholiken rund 100.000. Unabhängig von den Zahlen hat die „Meile der Religionen“ gezeigt: die Ökumene lebt!

 

Text u. Fotos: bet