04.05.13 Blog vom Evangelischen Kirchentag in Hamburg - Der vierte Tag


„Soul feel du brauchst“ lautete der verheißungsvolle Titel der Veranstaltung, die ich heute Abend zum Abschluss des Kirchentagsprogramms in den Messehallen besucht habe. Unter anderem wirkten mit: der Facharzt für Humor, Eckart von Hirschhausen und der Kanzlerkandidat mit wertvoller Rede, Peer Steinbrück. Seine Kanzel- (Nicht ‚Kanzler‘-) Rede kostete dem evangelischen Kirchentag allerdings nichts, außer die Aufmerksamkeit des Publikums. Und Steinbrück bedankte sich artig: „Es ist wunderbar, dass 7.000 Menschen bereit sind, mir zu zuhören. In meiner Partei habe ich das nicht so oft“. Er machte zugleich deutlich, warum er nach seinem Kirchenaustritt im Alter von 17 Jahren Jahrzehnte später wieder in die evangelische Kirche eingetreten ist. „Kirche dient dazu Haltung zu zeigen, was in Zeiten des Opportunismus immer wichtiger ist,“ so Steinbrück.  Der Beifall war ihm sicher.
Auch Eckart von Hirschhausen bauchpinselte das Kirchentagspublikum. Es habe in den vergangenen Tagen Hamburg verändert. „Dass die Leute in der U-Bahn sich jetzt mit ‚Guten Tag‘ begrüßen, das gibt es in Hamburg sonst nicht!“
Fazit des Abends: Hintergründiges, Humorvolles, viele Pointen, fast genauso viele Lacher und Musik von Nils Landgren Funk Unit, die das Publikum, das eine generationenübergreifende Mischung aus jung und alt war, von ihrem Pappstühlen riss. Kurzum: Ein rundum gelungener evangelischer Familienabend also.

Berndt Biewendt

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Heute auf den Magellan-Terrassen Frau Scherf getroffen (Das ist die frühere Bergsträßer Dekanin, Anmerk. Red.) – was für ein Zufall und für eine Freude! Auf dem Podium Kirchenpräsident Jung, der nicht angekündigt war. Es ging um die Zukunft der Kirche und die Ökumene. Jetzt warten wir auf Clemens Bittlinger und Anselm Grün und alles „Was wir brauchen“

Ute Gölz (gesendet per SMS 18.13 Uhr)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Auf dem Roten Sofa der Evangelischen Zeitungen vor dem Messezentrum nahm heute Eckart von Hirschhausen Platz. Dass die Interviewerin ihn in die Mangel genommen hat, kann man nun nicht behaupten. Sie gab eher nette Stichworte und der Arzt und Entertainer antwortete ebenso nett. Ein richtiges Kuschel-Interview.  Kostprobe Eckart von Hirschhausen: „Diabetes, Burn out, Depression – die Probleme, mit denen sich die moderne Medizin heute herumschlagen muss, hat viel mit dem Kirchentagsmotto zu tun. Wie viel ist wirklich genug? Was brauchen wir wirklich?“ Tosender Applaus. Und noch so ein netter von Hirschhausen-Satz: „Solange du atmest, bist du noch mehr gesund als krank“. Singen und Humor sind für ihn übrigens eine gute Medizin. Und so forderte er die Zuhörer am Ende auf, gemeinsam den Kanon zu singen „Froh zu sein, bedarf es wenig…“ Was soll ich sagen? Ich habe lauthals mitgesungen.

Berndt Biewendt
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Über die Reeperbahn mit dem Fahrrad. Sehr lustig. Danach „Familie im Kapitalismus“ im Michel. Mit Sitzplatz!

Stefanie Becker (gesendet per SMS 4. Mai 12.31)

 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Rosinen für jedermann

Heute Morgen um halb 8 sind wir in die U-Bahn gestiegen und haben erst mal den Rest des Dekanats dort getroffen - alle etwas müde, aber guter Dinge. Wir waren auf dem Weg zur Bibelarbeit mit Dr. Eckart von Hirschhausen und kamen dort auch sofort rein. Zum Glück waren wir so früh, einige tausend Menschen mussten sich die Übertragung von draußen angucken.

Die Bibelarbeit war dann auch super lustig. Es ging um die Speisung der Fünftausend und Hirschhausen verdeutlichte das mit Rosinen - für viele Lacher sorgte, dass die Rosinen scheinbar verschwanden und dann doch nicht für alle reichten. Nichtsdestotrotz waren alle begeistert und zwischendurch sangen wir dann noch den Schlager "Wunder gibt es immer wieder". Toll war vor allem, dass dieses Mal über 20 Leute von uns aus dem Dekanat gemeinsam da saßen, da war es auch gar nicht so schlimm, dass wir alle echt müde waren. (Foto: Jugendliche aus dem Dekanat Bergstraße bei der Bibelarbeit)

Natalie Hechler

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Es reicht für alle – Die Speisung der 5.000“ (Johannes 6,1-15) lautete heute das Thema der Bibelarbeiten. Ich habe mich für die Veranstaltung von Katrin Göring-Eckardt entschieden. Aus meiner Sicht war es ein schöner Gedanke, dass sie nicht den Mangel an Essen in den Blickpunkt rückte, sondern den Mangel an Zeit. Zeit für sich und Zeit für andere zu haben, daran herrsche heute ein akuter Mangel, so die Bundestagsvizepräsidentin. Und so endete bei ihr die Speisung der 5.000 mit einer wunderbaren Zeitvermehrung.

Nicht nur bei ihr, auch bei anderen Prominenten, die ich in den vergangenen Tagen gehört habe, hat mich die Folgenlosigkeit ihrer Kritik gestört. „Textilfabriken in Bangladesch stürzen ein, weil wir das 100. Billig-T-Shirt haben wollen“, beklagte Göring Eckardt unter lautstarkem Beifall. Und was folgt daraus: gar nichts! Nicht mal der Aufruf, in den Geschäften nachzufragen, woher die Kleidung stammt, wie und unter welchen Bedingungen sie produziert wird. Von Boykottforderungen gegen Firmen, die unter solchen unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen, ganz zu schweigen. Ich empfinde diesen Kirchentag gegenüber früheren eher als unpolitisch.

Berndt Biewendt

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wieder umsonst so früh zum Treff geeilt. Diesmal Schiffswallfahrt. Nun warte ich auf die Bibel-Arbeit eines dänischen Pastors. Klees Engel (z.Zt. läuft in Hamburg die Engel-Ausstellung mit Bildern von Paul Klee Anmerk.Red.) sind sehr zu empfehlen.


Stefanie Becker (gesendet per SMS 4. Mai 09.06)

 

 

 

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Commando a capella!

Es ist uns nicht leicht gefallen, uns zwischen den verschiedenen Konzerten am heutigen Abend zu entscheiden, aber schließlich fiel die Wahl auf Viva Voce, eine A Capella Band aus Franken im Park Planten un Blomen. Schon ab dem ersten Song hielt es weder uns noch irgendjemanden sonst auf den Sitzen. Die untergehende Sonne, viele singende Menschen - schöner hätte der zweite Abend nicht sein können.

Mein persönliches Highlight war ein Medley aus Songs aus den 90ern - wir haben getanzt und mitgesungen und irgendwie konnten wir von I  like to move it bis Barbie Girl alle Texte auswendig. Witzig war auch, als sie plötzlich Durch den Monsun von Tokio Hotel anstimmten: Mit 13 stand ich damals aufgeregt vor der Bühne und habe den Sänger angeschwärmt, jetzt auf dem Kirchentag war das eine ganz andere, sehr witzige Variation des Liedes. Als zweite und letzte Zugabe gaben Viva Voce dann den Kirchentagssong zum Besten und die Zuschauer hielten Wunderkerzen und Kirchentagsschals in die Luft - absolut magisch, ein toller Moment.

Natalie Hechler

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wir waren gestern abend bei den Wise Guys. Der erste Teil war sehr stimmungsvoll, bevor Schari von der Kindersendung "Wissen macht Ah" mit dem Werbeblock für die Kindernothilfe die 30000 Zuhörer zum Gähnen brachte. Dabei lag es weniger am Thema, als an der Tatsache, dass sie mit dem breiten Publikum nicht kommunizieren konnte.


Bruno Ehret

(Foto: Besucher/innen des Wise Guys-Konzerts)