01.05.13 Blog vom Evangelischen Kirchentag in Hamburg - Der erste Tag


Hamburg 1. Mai 22.00 Uhr - Abendsegen

Feierlich und andächtig wurde es ab 22.00 Uhr beim Abendsegen rund um die Binnen-Alster. Mit Kerzen in der Hand bildeten die Besucher/innen einen geschlossenen Kreis rund um die Binnenalster. Und wer nicht dabei war und nicht hören konnte, wie mehrere zehntausend Menschen gemeinsam alle Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ sangen, der hat irgendwie etwas verpasst. Doch morgen ist wieder ein neuer Tag auf dem Kirchentag.


Berndt Biewendt

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Wir sind in Hamburg angekommen, Strahlende Sonne - wir wohnen in St.Georg. Das ist muli-kulti, etwa wie Kreuzberg in Berlin. Gleich machen wir uns auf den Weg in Richtung Stadt- natürlich zu Füß, denn wir wollen was sehen. Dann mit Menschenmengen Richtung Reeperbahn. Unterwegs fährt eine Kolonne mit Bundespräsident an uns vorbei zum anderen Eröffnungsgottesdienst. Ich habe absichtlich Reeperbahn gewählt- den Kontrast zwischen Gotesdienst und Kiez. Blick auf Bühne und Sex-Shop. Die Band macht gute Stimmung. Das Motto "Soviel du brauchst" spricht mich besonders an, die Verteilungsgerechtigkeit ist mein Thema in Kirche. Menschen brauchen nicht nur genug Nahrung, sondern auch Beachtung, Trost und Zuwendung - das kann man auch mit Geld nicht kaufen. Littmann sagt, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt- irgendwie kommt mir das bekannt vor..
Kleine Schwäche der Chor "Klangfülle" nicht so voll im Klang. Danach gehts an den Ständen vorbei zum Rathausplatz. Super Atmosphäre mit Jonny Logan. Immer wieder schön, viele Jugendliche, gut gelaunt, fröhlich, ja ausgelassen.Der stimmungsvolle Abschlusss mit einem Lichtermeer an der Alster und bunt angestrahlter Fontäne .
Geräusche und Musik aus dem Lautsprecher sind nicht so nach meinem Geschmack.. Aber dann der Abendsegen und "Der Mond ist aufgegangen".. Gänsehaut.. ich freu  mich auf morgen

Ute Gölz

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Hamburg 1. Mai 17.00 Uhr- Eröffnungsgottesdienst

Auf dem Weg zum Eröffnungsgottesdienst bekam ich einen Anruf von Ute Gölz, Mitglied im Bergsträßer Dekanatssynodalvorstand und Mitglied im Blogger-Team. Sie sei auf den Landungsbrücken, wolle zum Eröffnungsgottesdienst auf der Reeperbahn und nur kurz mitteilen, dass soeben die Wagenkolonne des Bundespräsidenten an ihr vorbeigerauscht sei. Vor lauter Schreck bin ich in die falsche S-Bahn eingestiegen, so dass ich es nicht rechtzeitig auf die Reeperbahn zum Beginn des Eröffnungsgottesdienstes um 17.00 Uhr schaffte. Mit dem Schild „Platz überfüllt“ empfing mich einer der zahllosen Helfer des Evangelischen Kirchentags. So blieb mir nur ein Platz ganz am Rande des Geschehens. Bemerkenswert empfand ich das Interview, das während des Gottesdienstes mit Corny Littmann geführt wurde. Er ist ein Urgestein der Reeperbahn, Unternehmer, Kabarettist, bekennender Schwuler und früher auch Präsident vom FC St. Pauli. Der Kiez habe sich verändert und auch die Kirche habe sich verändert. Undenkbar, so Conny Littmann, dass vor 20 Jahren ein Gottesdienst auf der Reeperbahn möglich gewesen wäre. Doch heute feierten weit über 10.000 Menschen einen Gottesdienst zwischen einer Condomerie, Rotlicht-Betrieben,  der Großen Freiheit Nr. 7 und der – nach eigenen Angaben – „sündigsten Fischbude der Welt“.

Berndt Biewendt

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Hamburg 1. Mai 14.00 Uht - Ankunft

Sonne satt, blauer Himmel – Hamburg begrüßt die Kirchentagsbesucher/innen alles andere als hanseatisch unterkühlt. Und ganz warm wird mir ums Herz, wenn ich die vielen jungen Menschen am Hauptbahnhof sehe, die hier aus allen Himmelsrichtungen zum Kirchentag gekommen sind – mit Rucksack, Isomatte und Gitarre- Da stellt sich gleich das bekannte Kirchentagsfeeling ein. Die evangelische Kirche ist unterwegs – Gottes Volk auf Wanderschaft - so wirken auf mich die Kirchentagsbesucher/innen, die sich jetzt erst einmal ihr Quartier beziehen werden. Das werde ich auch tun. Um 17.00 Uhr besuche ich einen der vier Eröffnungsgottesdienste. Welchen habe ich noch nicht entschieden. Vielleicht zieht es mich zur Bühne auf der Reeperbahn. Nicht darum, was jetzt vermutlich 99 Prozent der Leserinnen und Leser denken.  Vielmehr aus alter Verbundenheit zu dem Fußballverein, der auf dem Kiez zu Hause und der mir persönlich am sympathischsten ist: der FC St. Pauli und vielleicht ist dort die Atmosphäre besonders schön.

Berndt Biewendt

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Und so sah es in dem Bus kurz vor der Ankunft in Hamburg aus, den die Evangelische Jugend Bergstraße gechartert hatte.

Bruno Ehret