25.03.13 Liegestuhl statt Einkaufstüte - Protest gegen den verkaufsoffenen Sonntag in Darmstadt


Ungewöhnlicher Anblick am frühen Sonntag Nachmittag auf dem Darmstädter Luisenplatz. Bei eisigem Wind, aber trockener, sonniger Witterung hatten sich 40 Menschen mit Liegestühlen versammelt, um gegen die Geschäftsöffnung am Sonntag zu protestieren.

Mit den vom Dekanat Bergstraße zur Verfügung gestellten Liegestühlen (Foto oben), auf denen das Motiv „Sonntag – ein Geschenk des Himmels“ zu sehen war, sowie mit Flugblättern, Transparenten und Postkarten machte die Allianz für den freien Sonntag in Darmstadt & Region (darunter das Evangelische Dekanat Darmstadt-Stadt, das Katholische Dekanat Darmstadt, die Katholische Betriebsseelsorge und die Gewerkschaft Verdi mit Unterstützung des ökumenischen Kirchenladens Kirche & Co) auf ihr Anliegen aufmerksam. Einkaufsbummler konnten sich informieren, diskutieren und mit ihrer Unterschrift die Aktion unterstützen.  

 

Auch die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN Ulrike Scherf (Fotolinksmit der Darmstädter Präses Carin Strobel und dem Darmstädter Dekan Norbert Mander), zeigte vor Ort Flagge: „Ich unterstütze den Protest. Denn der Sonntag ist ein wunderbarer Tag, an dem man so viele andere Dinge machen kann mit anderen zusammen, so dass wir ihn schützen müssen.“ Auch der Darmstädter Ev. Stadtdekan Norbert Mander sieht das so: „Familien brauchen den Sonntag, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen ihn. Wer in Zukunft kein Problem damit hat, sonntags zu arbeiten, der muss sich nicht engagieren. Der Sonntagsschutz wird weiter ausgehöhlt. Wir wollen das aber nicht!“


 


Das Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt und die Gewerkschaft Verdi hatten versucht, per Einantrag vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt den verkaufsoffenen Sonntag am 24. März 2013 zu verhindern. Dem konnte das Gericht aber nicht stattgeben. Angestrebt ist jetzt ein Hauptsache-Verfahren, bei dem die Sonntagsöffnung grundsätzlich geklärt werden soll. Der besonders strittige Punkt ist die Sonntagsöffnung nach dem Hessischen Ladenöffnungsgesetz. Diese Geschäftsöffnung ist gebunden an einen besonderen Anlass. Jetzt soll gerichtlich geklärt werden, was ein besonderer Anlass ist. Im aktuellen Fall war für die Allianz nämlich fraglich, ob ein Ostermarkt ein traditioneller Anlass für die Geschäftsöffnung sein konnte oder nicht vielmehr ein Vorwand war, um die Kassen klingeln zu lassen.

 



Text: P. Pfeifer-Wiest
Fotos: P. Pfeifer-Wiest
u. S. Becker