01.02.13 Seelsorge in der Psychiatrie - Abschied von Pfarrerin Anke Leuthold


Nach drei Jahren als evangelische Seelsorgerin in der Heppenheimer Vitosklinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat sich Pfarrerin Anke Leuthold aus dem ökumenischen Team verabschiedet. Sie übernimmt ab März eine neue Aufgabe im Raum Frankfurt.

Den Patienten in der Klinik offen begegnen und zuhören können, das war für Pfarrerin Leuthold das Wichtigste bei ihrer seelsorgerlichen Arbeit, die sie nach eigenen Angaben leidenschaftlich gern gemacht hat. Bedrückend empfindet sie die immer noch vorhandene Abgrenzung gegenüber psychisch Erkrankten, „Ich habe in den vergangenen drei Jahren viel darüber gelernt, wie psychische Erkrankungen und ihre Folgen wie soziale Vereinsamung oder Arbeitsplatzverlust in unserer Gesellschaft noch immer weniger Akzeptanz finden als körperliche Krankheiten.“

Nur wo man sich angenommen fühle, könne man gesund werden, betont die 37jährige, die ihren Abschied aus Heppenheim mit einem leidenschaftlichen Appell verbindet: „Wir dürfen nicht ausgrenzen oder uns aus Unsicherheit abwenden. Wir müssen immer wieder neu nach Möglichkeiten des Miteinanders und der Begegnung suchen. Nur so werden sich Menschen in akuten psychischen Krisen oder mit chronischen psychischen Erkrankungen akzeptiert und unterstützt fühlen.“

Pfarrerin Leuthold, die zuvor als Gemeindepfarrerin in Pfungstadt tätig war, arbeitete in der psychiatrischen Klinik im ökumenischen Team mit der evangelischen Gemeindepädagogin Jutta Gemeinhardt und dem katholischen Seelsorger Matthias Gehrmann zusammen.

 

Foto von links n. rechts: Matthias Gehrmann, Anke Leuthold, Jutta Gemeinhardt
Text: bet