22.11.12 Ulrike Scherf zur stellvertretenden Kirchenpräsidentin gewählt - Absolute Mehrheit im ersten Wahlgang

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat eine neue Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten. Die in Frankfurt tagende Synode wählte überraschend bereits im ersten Wahlgang die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf in das zweithöchste Amt der Landeskirche.

Sie erhielt mit 73 Stimmen die absolute Mehrheit. Ihre Mitkandidatinnen die Frankfurter Pfarrerin Dr. Bei der Wieden erhielt 25 Stimmen, Oberkirchenrätin Christine Noschka 38 Stimmen.

In ihrer Bewerbungsrede hatte Ulrike Scherf die EKHN mit einem Orchester  verglichen, in dem sie die „zweite Geige“ spielen wolle. Diese sei für den Gesamtklang sehr wichtig. Sie positionierte sich auch zu gesellschaftlichen Fragen und betonte: „Mir ist es wichtig, aus dem Glauben heraus für Menschen einzutreten, deren Würde missachtet wird: die von Armut betroffen sind, die Asyl suchen oder am Ende ihres Lebens Beistand brauchen. Besonders setze ich mich gegen die Ökonomisierung des Lebens ein. Meine Initiative zur Gründung einer Allianz für den freien Sonntag ist in ganz Hessen aufgegriffen worden.“

Neben der jeweils zehnminütigen Bewerbungsrede mussten sich die drei Kandidatinnen auch einer ausführlichen Fragerunde stellen.

Ulrike Scherf wird die  Stelle der stellvertretenden Kirchenpräsidentin voraussichtlich  zum 1. Februar 2013 antreten. Die Amtszeit dauert jeweils acht Jahre und kann von der Synode verlängert werden.

Zur Person

Ulrike Scherf wurde im Juli 1964 in Wiesbaden geboren und absolvierte dort auch ihre schulische Laufbahn. Nach dem Abitur 1983 studierte sie Evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Neuendettelsau (Bayern) und an den Universitäten in Bern und Heidelberg. Nach dem Ersten Theologischen Examen wurde sie Vikarin in Mümling-Grumbach (Odenwald). Nach dem Ende der praktischen theologischen Ausbildung wurde sie 1993 Assistentin am Theologischen Seminar in Friedberg. Von 1994 bis 1998 war Scherf Pfarrerin mit je halber Stelle in Zwingenberg und Alsbach (Bergstraße), danach bis 2006 auf ganzer Stelle in Alsbach. Im Dekanat wirkte sie parallel dazu als Beauftragte für Kindergottesdienst und als stellvertretendes Mitglied des Dekanatssynodalvorstands mit, bis sie 1999 neben ihrem Pfarrdienst das Amt der Dekanin des Dekanats Zwingenberg übernahm. Als dieses im Dekanat Bergstraße aufging, wurde sie zunächst dessen kommissarische Dekanin. 2007 wurde sie sie als hauptamtliche Dekanin des Dekanats Bergstraße mit Sitz in Heppenheim gewählt. Scherf ist Mitglied im Kuratorium der Kinder- und Jugendstiftung der EKHN, im Verwaltungsrat des regionalen Diakonischen Werks Bergstraße sowie im Beirat des Hospizes Bergstraße. Auf ihre Initiative hin wurde die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße und die Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg gegründet.


Foto: die "zweite Geige" neben der "ersten Geige" - Dekanin Scherf mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung unmittelbar nach der Wahl
Text u. Foto bet