02.10.12 Begegnung, Austausch, ansteckende Fröhlichkeit - Abschied der Tansania-Delegation


„Kwaheri – Auf Wiedersehen“ hieß es heute zum Abschied der tansanischen Delegation von der Bergstraße. Nach zweieinhalb Wochen kehren die drei Frauen und drei Männer der Moravian Church, der Partnerkirche des Evangelischen Dekanats, in ihr Heimatland zurück.

Der Besuch war geprägt von vielen Begegnungen, einem intensiven Austausch und tansanischen Gesängen auf einer Bootstour, die so in Deutschland vermutlich noch nicht zu hören waren.

„Die Begegnungen haben mich verändert und meinen Horizont erweitert“, resümierte der Dekanatspfarrer für Ökumene und Mission, Tilman Pape, den Besuch aus der Partnerkirche. Er hatte die Tansanier in den zweieinhalb Wochen betreut und begleitet. Insbesondere die beiden Gottesdienste in Schwanheim und der Heppenheimer Heilig-Geist-Kirche hatten Pfarrer Pape beeindruckt. Er übersetzte nicht nur die Predigten des stellvertretenden Kirchenpräsidenten der Moravian Church,  Reverend Samwel Kabigi, sondern ahmte auch seine Gestik und ausholenden Bewegungen nach.

Wenn der tansanische Geistliche zum Beispiel erzählte, dass Zachäus zu Jesus lief, taten er und mit ihm auch Pfarrer Pape so, als ob sie liefen. „Im Evangelium heißt es, dass Zachäus auf einen Baum klettert, um Jesus sehen zu können. Ich wette, Reverend Kabigi wäre bei seiner Predigt auch auf einen Baum gestiegen, wenn in der Kirche einer gestanden hätte“, meinte Pfarrer Pape zu der ansteckenden Fröhlichkeit des tansanischen Predigers. Die Gottesdienstbesucher reagierten begeistert. Selten wurde in einem Sonntagsgottesdienst so viel gelacht. Auch wenn Reverend Kabigi der Überzeugung ist, dass ein Gottesdienst nicht wie hierzulande üblich eine, sondern drei Stunden oder länger dauern sollte. „Dafür ist der Sonntag ja da“, betonte er.

„Schaut Euch alles genau an und prüft, was für uns nützlich sein könnte“. Diese Devise hatte die Moravian Church ihrer Delegation mit auf den Weg gegeben. Im Dekanat Bergstraße besuchte sie unter anderem das Kreiskrankenhaus, Einrichtungen des Diakonischen Werks, eine Kindertagesstätte, den Konfirmandenunterricht, die Pfarrkonferenz sowie eine Windkraft- und eine Biogasanlage.

Neben dem Besuchen und Besichtigungen gab es auch ein Freizeitprogramm, unter anderem eine Boots-Tour auf der Lahn. Beim Start erzählte Pfarrer Pape scherzhaft, dass es entlang des Flusses Drachen gebe, die nur zu besänftigen seien, wenn sie ein tansanisches Lied singen würden. Die Besucher aus Tansania sangen nicht ein Lied, sie sangen weithin hörbar während der gesamten mehrstündigen Boots-Tour.

Es ist noch völlig offen, mit welcher Gesangseinlage die Bergsträßer Delegation das wett machen will, wenn sie in zwei Jahren zum Gegenbesuch nach Tansania fährt.

 

 

Zu den Fotos:
oben: Abschiedsfeier gestern Abend im Haus von Ökumene-Pfarrer Tilman Pape
Mitte: Dekanin Scherf im Gespräch mit dem stellvertr. Kirchenpräsidenten der Moravian Church, Reverend Kabigi
unten: Fines Kasote Mwasot aus Sansibar mit Gastfamilien

Fotos: Tilman Pape & bet
Text: bet