28.09.12 Die Schere zwischen Arm und Reich - Symposium gegen Armut und Ausgrenzung


Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.  Das hat einmal mehr der Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für den neuen Armutsbericht bestätigt. Was Armut in unserer Region bedeutet und wie Armut bekämpft werden kann, das wird bei einem Symposium am 11. Oktober im Heppenheimer Haus der Kirche erörtert.

„Mehr Mut und Phantasie für Gerechtigkeit  - Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung“ lautet der Titel einer viel beachteten Erklärung, mit der sich das Evangelische Dekanat und die Katholischen Dekanate Bergstraße im Oktober 2010 gemeinsam zu Wort meldeten. Zwei Jahre später soll bei dem Symposium nachgefragt werden. Was hat sich seitdem bei der Armutsentwicklung und Armutsbekämpfung getan?

Die Diakonischen Werke in Hessen haben sich gestern für eine konkrete Strategie der Armutsbekämpfung ausgesprochen. „Eine Politik wirksamer Armutsbekämpfung ist möglich, aber sie kostet Geld. Dieses Geld ist in unserer Gesellschaft vorhanden, aber es wird immer mehr in den Händen Weniger konzentriert. Wir müssen uns auf die Sozialpflichtigkeit allen Eigentums zurückbesinnen“, sagten Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau (DWHN) und Landeskirchenrat Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck (DWKW).

Vom Grundsatz ganz ähnlich hat sich auch einer der reichsten Menschen Deutschlands in die Debatte eingeschaltet. Der SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp sprach sich jetzt für die Einführung einer Reichensteuer aus. „Ich meine, dass man für alles, was über 400.000 oder 500.000 Euro pro Jahr hinausgeht, einen Spitzensteuersatz von 60 Prozent erheben könnte“, zitiert die Wochenzeitung „Die Zeit“ den Multi-Milliardär.

Armutsbekämpfung mit der Steuerschraube? Eines von vielen Themen bei dem Symposium. Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei. Mitdiskutieren ist ausdrücklich erwünscht. Das Symposium findet statt am

11. Oktober um 19.00 Uhr im Haus der Kirche Ludwigstr. 13, Heppenheim.


Foto: im Verkaufsraum der Rimbacher Tafel, wo sich immer mehr Menschen mit Lebensmitteln versorgen müssen
Text u. Foto: bet