16.09.12 Partnerschaftssonntag mit der Moravian Church - Einführung von Pfarrer Tilman Pape


Im Beisein von Vertretern der Moravian Church in Süd-Tansania ist der Pfarrer für Ökumene und Mission im Evangelischen Dekanat Bergstraße, Tilman Pape, am Partnerschaftssonntag in sein Amt eingeführt worden. Die Pflege und der Ausbau der 22jährigen Partnerschaft mit der tansanischen Kirche gehört zu seinen Aufgaben. An jedem dritten Sonntag im September wird in Tansania wie an der Bergstraße der gemeinsame Partnerschaftssonntag gefeiert.

Dekanin Ulrike Scherf bezeichnete es als „schönes Zeichen“, dass die Stabübergabe in der evangelischen Kirche Lorsch erfolgt. Denn Tilman Pape ist der Nachfolger von Pfarrer Renatus Keller, der jetzt als Gemeindepfarrer in Lorsch tätig ist. Die Dekanin hob hervor, dass Pfarrer Pape bereits viele Erfahrungen mit Ökumene in sein neues Amt einbringe. So habe er unter anderem als Gemeindepfarrer von Seeheim Kontakte nach Südtansania gehabt. Es sei ein „großes Geschenk“, dass seine Amtseinführung gemeinsam gefeiert werden könne, sagte sie auf Englisch zu den anwesenden Delegierten der Moravian Church, die sich zweieinhalb Wochen an der Bergstraße aufhalten werden.

Dekanin Scherf wie auch Pfarrer Pape verurteilten das verunglimpfende Video über den Propheten Mohammed, betonten aber mit Blick auf die aktuellen  Ausschreitungen in islamisch geprägten Ländern, dass nichts Gewalt rechtfertige. „Der Dialog ist der einzig wirksame Weg gegen Hass und Gewalt“, betonte die Bergsträßer Dekanin.

Dass das Bergsträßer Dekanat eine eigene Pfarrstelle für Ökumene hat, zeigt nach Ansicht von Dekanin Scherf, wie wichtig der evangelischen Kirche der Dialog mit anderen Religionen und die Kooperation mit anderen Konfessionen ist. Die Nachricht vom überraschenden Tod des katholischen Dekans Thomas Groß aus Bensheim hat die Gäste des Partnerschaftssonntags tief bewegt. „In Trauer sind wir mit unseren katholischen Geschwistern verbunden“, versicherte Dekanin Scherf.

Pfarrer Pape, der dem verstorbenen Dekan in seiner Fürbitte gedachte, betonte, dass Ökumene den Horizont erweitere. „Durch die Begegnung mit Fremden werden wir bereichert. Durch Offenheit können wir im Anderen das Ebenbild Gottes entdecken“, sagte der neue Ökumene-Pfarrer in seiner Predigt. Maßstab für die Wahrheit sei alles, was dem Leben diene.

Beim Empfang im Anschluss an den Gottesdienst überreichte der stellvertretende Kirchenpräsident der Moravian Church, Reverend Samwel Kabigi, Pfarrer Pape und seinem Vorgänger Pfarrer Keller jeweils ein T-Shirt mit dem Aufdruck des Hilfsprojekts im tansanischen Isoko. Das Evangelische Dekanat unterstützt dort ein Projekt für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an der Immunschwächekrankheit AIDS gestorben sind.

Dr. Martin Repp vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und und Nassau (EKHN) äußerte in seinem Grußwort die Hoffnung, dass die bisherige „Frucht bringende Kooperation“ mit dem neuen Ökumene-Pfarrer fortgesetzt werde. Die Ausländerbeauftragte des Kreises Bergstraße, Brigitte Paddenberg,  begrüßte es „auch im Namen des christlich-islamischen Dialogs“, dass die Ökumene-Pfarrstelle so schnell wieder besetzt werden konnte. Christel Fuchs vom Dekanatssynodalvorstand hob in Anlehnung an ein Kirchenlied hervor, dass es die Aufgabe von Pfarrer Pape sie, an „unserem Haus mit zu bauen“ und – wie es in dem Lied heißt - „den Himmel zu beschreiben, der uns blüht“.

Stefanie Becker vom Haus der Kirche in Heppenheim, in dem Pfarrer Pape seinen Dienstsitz hat, lud ihn dagegen ein, zunächst sein irdisches Aufgabengebiet mit Bildern zu beschreiben. Zur Orientierung und zum besseren Kennenlernen überreichte sie ihm im Namen des gesamten Teams im Haus der Kirche eine Gebietskarte des Evangelischen Dekanats Bergstraße mit 34 Puzzleteilen, auf denen jeweils eine der evangelische Kirchen im Dekanat abgebildet ist.


Foto oben von links n. rechts: Pfarrer Thomas Beder (ev. Gemeinde Alsbach), Ursula Becker (kath. Gemeinde Seeheim), Dekanin Ulrike Scherf, Pfarrer Tilman Pape, Christel Fuchs (Dekanatssynodalvorstand) Samwel Kabigi (stellv. Kirchenpräsident der Moravian Church)
Foto Mitte: die Vertreter/innen der Moravian Church Samwel Kabigi, Enea Asangalwisye Kajange, Mpoki Bernard Amon Mlawa, Tuge Kabasa Mwandambo, Kasote Mwasote, Wilson Dickson Mwang’onda mit einem tansanischen Lied im Einführungsgottesdienst
Foto unten von links n. rechts: Pfarrer Renatus Keller (ev. Gemeinde Lorsch), Samwel Kabigi, Pfarrer Tilman Pape, im Hintergrund Dekanin Ulrike Scherf

Text u. Fotos: bet