20.08.12 Es ist amtlich: Sonntagsarbeit hat weiter zugenommen - Dekanat für Sonntagsschutzbericht


Das Evangelische Dekanat Bergstraße hat sich für einen Sonntagsschutzbericht im Kreis Bergstraße ausgesprochen. Anhand belegbarer Zahlen könne deutlich werden, wie stark Sonntagsarbeit ausgeweitet wurde. „Die neuesten Zahlen des Statischen Bundesamtes haben unsere Befürchtungen bestätigt. Die Sonntagsarbeit hat vor allem durch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten deutlich zugenommen“, sagte Dekanin Ulrike Scherf.

Sie bezog sich damit auf den heute veröffentlichten Bericht „Qualität der Arbeit“  des Statistischen Bundesamts. Danach hat in den vergangenen 20 Jahren die Sonntagsarbeit bundesweit um fast 50 Prozent zugenommen. Mussten nach Angaben der Statistiker 1992 zehn Prozent der Beschäftigten regelmäßig sonntags arbeiten, sind es jetzt bereits 14,5 Prozent. „Der von unserer  Verfassung geschützte freie Sonntag entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit vieler Menschen“, sagte Dekanin Scherf. Neben den vielen verkaufsoffenen Sonntagen falle zunehmend auch Sonntagsarbeit an, die von der seit vergangenem Jahr geltenden hessischen Bedarfsgewerbeverordnung legalisiert wurde. Danach darf in bestimmten Gewerben sonntags gearbeitet und z.B. Bier gebraut oder Speiseeis hergestellt werden. Das treffe auch auf Betriebe im Kreis Bergstraße zu.

Das Evangelische Dekanat appellierte an den Kreis Bergstraße und die zuständigen Kommunalpolitiker, sich für einen ‚Sonntagsschutzbericht auf Kreisebene einzusetzen. „Damit könne dokumentiert werden, wie stark die Menschen in unserer Region von Sonntagsarbeit betroffen sind. Anhand verlässlicher Zahlen falle es leichter, politisch entsprechend gegen zu steuern“, betonte die Bergsträßer Dekanin.

 

Text u. Foto: bet