15.08.12 Filmporträts - Was heißt es, evangelisch zu sein?


Mit kurzen Filmportraits von evangelischen Christen will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zum Gespräch über den Glauben anregen. Vier Menschen geben Auskunft über ihre persönliche christliche Einstellung und was der Glaube im Alltag für sie bedeutet. Unter den Porträtierten ist Ingrid Buchmann aus Bensheim.

Die 56-jährige (in der nebenstehenden Graphik unten links) äußert sich über ihr Engagement für psychisch erkrankte Menschen. Für die frühere Kirchenvorsteherin der Michaelsgemeinde ist das gelebte Nächstenliebe. „Da bin ich wirklich von überzeugt, dass wir mit Liebe ganz viel erreichen können.“ Sie setzt sich mit ihrem Vermögen unter anderem dafür ein, dass psychisch kranke Menschen in Gastfamilien leben können. Das Porträt von Ingrid Buchmann ist zu sehen unter: http://www.youtube.com/watch?v=Pyd7ABI84cg

„Die Filmporträts setzen das fort, was wir im Dekanat Bergstraße mit unserer Interviewreihe ‚Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?‘ initiiert hatten. Menschen geben persönlich über ihren Glauben Auskunft. Dadurch wurde die EKHN auf Ingrid Buchmann aufmerksam, die bereits in unserer Interviewreihe zu Wort kam“, sagte Dekanin Ulrike Scherf.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung wies darauf hin, dass die Kirchen „in einer säkularen und weithin religionsskeptischen Gesellschaft ihr Profil erkennbar machen und zur Diskussion stellen müssen“. Dieser Anspruch könne in der evangelischen Kirche nicht allein durch offizielle kirchliche Verlautbarungen eingelöst werden, sondern müsse auch von ihren Mitgliedern in ihrem jeweiligen persönlichen Umfeld gelebt werden. Die EKHN unterstütze deshalb ihre Mitglieder dabei, über ihren persönlichen Glauben auskunftsfähig zu werden.

Die Filme sind jeweils etwa vier Minuten lang. Sie wenden sich an alle, die nach einer geistlichen Orientierung und einer kirchlichen Heimat suchen oder die genauer wissen wollen, was es heißt, evangelisch zu sein. Die Filme können nach Angaben der evangelischen Kirche auch im Religions- und Konfirmationsunterricht sowie in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden. Sie sind im Internet zu sehen unter: www.ekhn.de und bei youtube unter dem Stichwort „Evangelisch leben“. Eine DVD mit den Filmen wird für zehn Euro abgegeben. Sie kann bei der Kirchenverwaltung der EKHN in Darmstadt unter info@ekhn.de bzw. telefonisch unter 06151/405-287 bestellt werden.

Neben Ingrid Buchmann aus Bensheim werden Chefarzt Dr. Norbert Pfeiffer aus Mainz, die Bilanzbuchhalterin Andrea Haas aus Greifenstein im Westerwald und der kongolesische Flüchtling Fidele Mushidi aus Frankfurt porträtiert.

Eigene Fehler schloss Norbert Pfeiffer nicht aus, als im Sommer 2010 in der Mainzer Uniklinik Säuglinge starben. Offen und ehrlich stellte er sich der Presse. Dafür brauchte er mehr Kraft als in ihm selber wohnt. „Ich glaube es ist etwas zutiefst christliches, zu erkennen, dass man fehlbar ist. Die Fehlbarkeit zu erkennen ist sehr unangenehm. Und die Wahrheit hat etwas Befreiendes, auch in einer ganz schwierigen Situation.“ http://www.youtube.com/watch?v=djW4uFH0CDo

Andrea Haas ist in Greifenstein-Nenderoth zuhause. Zur Arbeit fährt sie täglich nach Frankfurt. Pendeln zwischen Tradition und Moderne, zwischen multikultureller Finanzmetropole und einer Kirche im Dorf. Bleibt da der Glaube nicht auf der Strecke? „Es ist ein Gefühl von Halt, ein Gefühl von Vertrauen. So schlimm es auch ist, in gewissen Momenten weiß man: es wird wieder hell und es wird wieder besser.“
http://www.youtube.com/watch?v=073zyhE_rAg

Fidele Mushidi kam als Flüchtling aus dem Kongo vor zwölf Jahren nach Frankfurt. Sein Asylantrag wurde anerkannt und so konnte er vor sechs Jahren seine Familie nachholen. Denn drei Dinge sind ihm wichtig: Familie, Arbeit und Gottes Wort. „Jesus war engagiert für die Menschen – ich gebe mein Leben für die Menschen. Menschenrecht mit Herz, mit Liebe, an die anderen auch denken.“ http://www.youtube.com/watch?v=8hc1y6Ge3q0

 

Text: bet
Graphik: ekhn