05.07.12 "Singen macht klug und schön" - Church&Music-Slam zum Auftakt der Sommerbegegnungen


Singen macht stark, gesund, klug und schön. Das haben nicht nur verschiedene wissenschaftliche Studien unabhängig voneinander festgestellt. Das hat auch die Landeskirchenmusikdirektorin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christa Kirschbaum, bei der Auftaktveranstaltung der Sommerbegegnungen im Heppenheimer Haus der Kirche eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Nach dem Vorbild des Dichterwettstreits „Poetry Slam“ hatte das Evangelische Dekanat Bergstraße zum Jahr der Kirchenmusik den weltweit ersten  „Church&Music-Slam“ organisiert. Als eine von sechs Kandidatinnen und Kandidaten machte Christa Kirschbaum (2. Fotoreihe rechts) mit dem Publikum zunächst Atem- und Lockerungsübungen. Unter ihrer Anleitung sangen dann alle gemeinsam das Lied „Ich singe dir mit Herz und Mund“ von Paul Gerhardt.  „Es synapst in Ihrem Gehirn, weil Sie Melodie und Text gleichzeitig verarbeiten“, sagte die aus Frankfurt angereiste Kirchenmusikdirektorin zum singenden Publikum. „Das ist eine Frischzellenkur für das Gehirn“. Und sie stellte abschließend fest: „Sie sehen schon viel gesünder aus und schöner auch, weil Sie beim Singen lächeln“.


 

 

 

 

 

 

Propsteikantor Konja Voll (Bensheim -2.Fotoreihe links) ) hatte für den „Church&Music-Slam“ ein eigenes Lied beigesteuert,  Er ging dabei der Frage nach,  was ein Kirchenmusiker den lieben, langen Tag so mache („Dirigieren, musizieren. diskutieren, delegieren…“) Auch wenn bei der Chorprobe von acht Tenören vier im Urlaub, und drei heiser seien, stellte er fest: „Dieser Job ist wirklich toll, doch der Tag ist meist voll“.

 

 

 

 

 

 

Anke Thürigen (Birkenau -dritte Fotoreihe links) ging am Beispiel verschiedener Songs unter anderen „Halleluja“ von Leonard Cohen“ oder „Footprints in the sand“ von Leona Lewis dem Religiösen in der Pop-Musik nach. Lupold von Lehsten (Schönberg-Wilmshausen - Dritte Fotoreihe rechts)) befasste sich in seinem Beitrag mit gesungenen Psalmen und der Kraft, die sie beim Singen in einem Menschen entfalten können.

Annette Siegel (Heppenheim - Foto oben mit Bruno Ehret am Piano) schlüpfte gleich in zwei historische Rollen und trat kostümiert als Paul-Gerhardt und als August Harder auf, der die Musik zu dem Gerhardt-Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ geschrieben hatte. Sie kontrastierte das bedrückende Leben Gerhardts im 30jährigen Krieg mit dem fröhlichen Text von „Geh aus mein Herz“ und ließ das Publikum einige Strophen mitsingen. Berndt Biewendt vom Haus der Kirche schilderte in seinem Beitrag, welchen Folgen die Äußerung John Lennons „Die Beatles sind populärer als Jesus“ in den 60er Jahren hatte und warum ein anti-religiöses Lied wie „Imagine“ dennoch so viel Anklang in kirchlichen Kreisen findet. „Lennon besingt eine Utopie, die für Christen viele Berührungspunkte hat“.

Bei der Ermittlung der Preisträger war das Publikum gefragt. Die Lautstärke des Beifalls sollte über den besten Beitrag entscheiden. Doch der Applaus war so gleichmäßig stark, dass sich  Dekanin Ulrike Scherf (Foto unten rechts mit den Mitwirkenden des Church&Music-Slams) an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg erinnerte fühlte, die trotz unterschiedlich langer Arbeitszeit am Ende den gleichen Lohn erhalten. Sie betonte, dass sich der „Church&Music Slam“ von anderen Slams unterscheide. „Es geht nicht um Konkurrenz, es geht schon gar nicht darum, einen anderen auszustechen, es geht uns um Musik und um Gemeinschaft.“

Viel wichtiger als ein Sieger war auch der Eindruck, den Beobachter gegen Ende der Veranstaltung gewinnen konnten:  Mitwirkende wie Publikum wirkten bereits etwas stärker, klüger, gesünder und schöner.

Zum Abschluss lud Präses Axel Rothermel zu den weiteren Sommerbegegnungen  im Haus der Kirche ein. Nach der Sommermalwerkstatt „Musik in Farbe“ am kommenden Freitag und Samstag verwandelt sich das Haus der Kirche am Mittwoch, den 11. Juli  ab 20.00 Uhr in ein Kino: Gezeigt wird „Oh happy day“, ein Film über den Geist und die Seele des Gospel.

Das komplette Programm der Sommerbegegnungen finden Sie hier

 

 

 

Text: bet
Fotos: Heidrun Staab