22.06.12 Internationale Woche in Bensheim - Augen auf für Tansania


Bei der Internationalen Woche in  Bensheim hat das Evangelische Dekanat  Bergstraße über seine Partnerschaft mit der Moravian Church in Süd-Tansania informiert und auf die Gefahren durch den Uranabbau in dem ostafrikanischen Land aufmerksam gemacht.

„Tansania? Habe ich noch nicht gehört“,  meinten die Drittklässler aus Biblis unisono, als sie mit ihrer Klasse den Stand des Evangelischen Dekanats auf dem Beauner- Platz in Bensheim besuchten. Doch ihr Interesse war gleich geweckt. Sie griffen mit beiden Händen beherzt in große Schüsseln und befühlten tansanische Produkte wie Kaffebohnen, Chashew-Nüsse oder Sonnenblumenkerne. Die Kinder konnten zudem praktisch ausprobieren, wie in Tansania Lasten transportiert werden: auf dem Kopf.

„Wir hatten rund 1.300 Kinder bei uns am Stand. Sie wollten natürlich wissen, wie Gleichaltrige in Tansania leben, was sie essen, was sie spielen“, berichtet der für die Partnerschaft zuständige Pfarrer im Evangelischen Dekanat, Tilman Pape. Er informierte zudem über das Isoko-Aids-Waisen-Projekt. Mit finanzieller Unterstützung des Evangelischen Dekanats werden seit 1995 in der Region um das Distrikt-Krankenhaus in Isoko Waisenkinder, deren Eltern an der Immunschwächekrankheit gestorben sind, in Pflegefamilien betreut. Nach Angaben des Evangelischen Dekanats wurde bewusst darauf verzichtet, ein Waisenhaus zu gründen. Die Kinder werden vielmehr entsprechend der afrikanischen Tradition in Großfamilien untergebracht. Über den Stand des Projekts und die Verwendung der Spendengelder berichtet dem Dekanat jährlich ein unabhängiger Prüfer. Sein Bericht ist im Heppenheimer Haus der Kirche einsehbar.

Für Aufregung sorgt in Tansania aktuell der geplante Ausbau der Uranförderung. Martin Kurz vom Uranium-Network, der als Beobachter in Tansania war, berichtete bei einer Informationsveranstaltung des Evangelischen Dekanats im Bensheimer Haus am Markt über die akuten Gesundheitsgefahren. Die Bevölkerung werde nicht über die Gefahren des hochgiftigen und radioaktiven Erzes informiert. Nach Angaben von Martin Kurz hat der Uran-Abbau bereits Todesopfer gefordert.

„Die Welt kann ohne Uran existieren. Lasst uns diese Botschaft gemeinsam weitertragen zu den Entscheidungsträgern in Europa und Afrika!“ So lautete der Appell von Golden Misabiko, der erst wenige Stunden vorher aus dem Kongo gekommen war und in Bensheim eine Vortragsreise durch Deutschland startete. Er engagiert sich seit Jahren gegen den Uran-Abbau in verschiedenen afrikanischen Ländern.

Im September wird eine sechsköpfige Delegation aus der südtansanischen Partnerkirche „Moravian Church“ im Evangelischen Dekanat Bergstraße erwartet.

Foto oben: "Lastentransport" beobachtet von Christel Fuchs vom Isoko-Ausschuss (links) Dekanin Ulrike Scherf (Mitte-hinten) und Ökumene-Pfarrer Tilman Pape (rechts)

Foto Mitte: der Stand des Ev. Dekanats auf dem Beauner Platz

Foto unten: Golden Misabiko

Text u. Fotos: Tilman Pape u. bet