14.06.12 "Ich gehe mit Wehmut" - Pfarrer Burkard Hotz verlässt Rimbach


Er hat die Gemeinde geprägt und hinterlässt große Fußspuren. Nach über 30 Jahren verlässt Pfarrer Burkard Hotz die evangelische Gemeinde Rimbach. Am Sonntag, den 17. Juni, wird der 64jährige in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich gehe mit Wehmut, freue mich aber auch auf den neuen Lebensabschnitt“, sagt der scheidende Pfarrer. Mitunter könne er sich gar nicht vorstellen, nicht mehr in der Gemeinde tätig zu sein. Doch den Ruhestand wolle er mit seiner Frau bewusst gestalten. Beide haben sich vorgenommen, weiterhin das zu tun, was sie bereits seit 15 Jahren gemeinsam machen: Eheberatung und Eheseelsorge. Doch eines ist für Pfarrer Hotz auch klar: „Ich gehe nicht verplant in den Ruhestand“.

Die Nähe zu den Menschen suchen und mit ihnen das Leben teilen – so hat er seine Aufgabe als Gemeindepfarrer gesehen. „Wir leben in einer Kultur der Gottvergessenheit. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass Menschen Christ werden, Christ bleiben und eine Glaubensbeziehung finden, die ihrem eigenen Leben einen neuen Bezug gibt.“

Gottesdienste – und auch dafür steht Pfarrer Hotz – will er nicht bloß „halten“, er will sie feiern mit einer lebendigen Liturgie, die die Teilnahme der Gemeinde ermöglicht. Dazu wurden in Rimbach verschiedenen Gottesdienstformen entwickelt wie der Musik-Gottesdienst, der Senfkorngottesdienst mit dem Angebot der persönlichen Segnung, der Alpha-Gottesdient mit Interviews und der Möglichkeit zur Nachfrage sowie der Abendmahlgottesdienst mit traditioneller Liturgie. Dazu gehören auch Kindergottesdienste, besonders der Schatzinselgottesdienst, der großen Zulauf hat und parallel zum Alpha-Gottesdienst gefeiert wird.

Das Konzept stößt auf Resonanz. Besonders bestätigt fühlt sich Pfarrer Hotz immer dann, wenn Gemeindemitglieder Gäste mitbringen. Möglich sind diese Gottesdienstfeiern nur durch das Engagement eines ehrenamtlichen Teams. Von einer Gemeinde, die nur als Pfarrer, Küster, Kantor wahrgenommen wird, hält Pfarrer Hotz ohnehin nichts.  Er plädiert dafür, dass die Kirchengemeinde ein hohes Maß an Eigenverantwortung übernimmt und sich nicht als bloße „Filiale des Großbetriebs Kirche“ versteht. Doch auch für die Landeskirche war Burkhard Hotz engagiert, unter anderem als Mitglied der Synode, dem „Kirchenparlament“  der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Am 1. Mai 1982 hatte Burkard Hotz die Pfarrstelle in Rimbach übernommen. Zuvor war er als in Lampertheim und in Hüttenfeld tätig. Nach seinem Theologiestudium in Marburg und Tübingen war er zunächst Vikar in Bad Homburg und machte ein Spezialpraktikum beim Konfessionskundlichen Institut in Bensheim.  Er hat sich bewusst dafür entschieden, seinen Ruhestand nicht in Rimbach zu verbringen und wird mit seiner Frau nach Wiesloch, ganz in die Nähe seiner beiden Kinder, ziehen. „Nach so langer Zeit ist es sinnvoll, die Gemeinde zu verlassen“, sagt er auch mit Blick auf seinen Nachfolger. Pfarrer Dr. Uwe Buß, den er für eine ausgezeichnete Wahl hält, tritt sein Amt bereits am 1. August an. Dass die Nachfolge schnell geregelt werden konnte und es nur einen Monat Vakanz gibt, hat Burkhard Hotz nach eigenen Aussagen den Abschied aus Rimbach erleichtert.

Pröpstin Karin Held wird Pfarrer Hotz am Sonntag, den 17. Juni, in den Ruhestand verabschieden. Der Gottesdienst, an dem auch Dekanin Ulrike Scherf mitwirkt, wird – das gilt als sicher -  nicht bloß gehalten, sondern besonders gefeiert. Er beginnt um 10.00 Uhr in der evangelischen Kirche von Rimbach. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einem Empfang.

Text u. Foto: bet