02.05.12 "Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?" - Besonderer Gottesdienst in Beedenkirchen


Die evangelische Gemeinde Beedenkirchen hatte zu einem besonderen Abendgottesdienst eingeladen, bei dem sich alles um eine Frage drehte:  Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?

Dazu wurden fünf ausgewählte Plakate aus der gleichnamigen Interviewprojekt gezeigt, bei dem Menschen aus allen 34 Kirchengemeinden im Evangelischen Dekanat Bergstraße gefragt wurden, warum sie Mitglied in der evangelischen Kirche sind, was ihren Glauben prägt, was für sie persönlich wichtig ist.  Mit Ilse Pfeifer aus Gadernheim und Anni Wiebel-Rothenbacher aus Beedenkirchen (Foto oben) waren zwei der Interviewten anwesend.

„Wichtig ist mir, dass wir allein durch die Gnade gerechtfertigt sind. Weil wir uns das nicht selbst erwirtschaften können, müssen wir uns keine Gedanken um Perfektionismus machen. Und das ist gut so“, heißt es in dem Interviewtext von Ilse Pfeifer. Anni Wiebel-Rothenbacher betont: „Für mich bedeutet Glaube: Mitgefühl, Respekt und Nächstenliebe.  Eine Kirche, die sich nicht auch im Alltag wieder findet, ist für mich eine tote Kirche. Glaube hat für mich etwas mit Lebendigkeit zu tun und sollte sich im wirklichen Leben zeigen.“

Neben den Plakaten mit den Interviewtexten waren auch Passagen aus den Interviews zu hören. Dazu wurden jeweils Texte aus Reden, Predigten oder Bibelverse vorgetragen, die thematisch zu den Interviews passen.  Ein Beispiel: Thomas Büchner aus Alsbach sagt in seinem Interview: „Demokratie und Freiheit gehören für mich ganz wesentlich zu meinem Verständnis von evangelischer Kirche. Ich habe die Freiheit, das auszuleben, was ich glaube“.  Dazu wurde eine Passage aus der Rede des Kirchenpräsidenten der EKHN, Dr. Volker Jung, zitiert, in der er erklärt: „Die Ermahnung des Paulus ‚Ihr seid zur Freiheit berufen!‘ war und ist bis heute ein aktueller Aufruf an die einzelnen Christinnen und Christen… Ich glaube, dass viele Gemeindeglieder genau dies auch von uns erwarten – bewusst ‚Kirche der Freiheit‘ zu sein.“

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Bläserkreis Darmstadt. Im Anschluss lud die Gemeinde zu einem Empfang vor die Kirche ein (Foto Mitte). Dabei stellte sich heraus, dass die Werbung mit einem Plakataufsteller (Foto unten) an der Durchgangsstraße  für diesen besonderen Gottesdienst nicht unbemerkt geblieben war. Eine Passantin, die gar nicht vorhatte, den Gottesdienst zu besuchen, wurde aufmerksam und wollte wissen, was es heißt, evangelisch zu sein.

Text u. Fotos: bet