26.04.12 Sonntagsschutz, Pfarrstellenbemessung und mehr - Synode tagt in Frankfurt


Ab heute tagt in Frankfurt die 11. Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Kirchenpräsident Dr. Volker Jung wird seinen Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft vortragen, über den die Synode im Anschluss diskutieren wird. Außerdem steht der Sonntagsschutz auf der Tagesordnung. Die dreitägige Tagung dauert bis Samstag.

Mehrere Dekanate – darunter auch das Dekanat Bergstraße - hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Synode und die Kirchenleitung die hessische Landesregierung auffordern solle, die umstrittene Bedarfsgewerbeverordnung zurückzunehmen. Die Bedarfsgewerbeverordnung gestattet die Ausführung von Arbeiten an Sonn- und Feiertagen, die auch an anderen Wochentagen ausgeführt werden könnten. Dies führe dazu, dass Sonn- und Feiertage für immer mehr Menschen zu zusätzlichen Arbeitstagen werden, heißt es in einer Resolution, die mehrere Dekanatssynoden verabschiedeten.  Die Dekanatssynode der Evangelischen Dekanats Bergstraße forderte in einer einstimmig verabschiedeten Resolution zudem einen jährlichen Sonntagsschutzbericht. Darin solle die Landesregierung darlegen, in welchen Betrieben und Gewerben sonntags gearbeitet wird und wie viele Arbeitnehmer/innen davon betroffen sind.

Die Synode wird zudem über die neue Pfarrstellenbemessung beraten. Die Pläne der Kirchenleitung waren in vielen Dekanaten auf Kritik gestoßen. Im Dekanat Bergstraße hätte dies eine deutliche Reduzierung der Pfarrstellen zur Folge. Die Bergsträßer Dekanatssynode hatte sich deshalb dafür ausgesprochen,  die Pfarrstellenkürzung nur im Einklang mit den zurückgehenden Mitgliederzahlen zu vollziehen. Pro Jahr wäre dies nicht mehr als ein Prozent. Darüber hinaus gehende Stellenkürzungen lehnt die Dekanatssynode ab. Die bisherigen Kriterien für die Pfarrstellenbemessung, zu denen auch die Anzahl der evangelischen Kindertagesstätten gehört, sollten stattdessen aufrechterhalten bleiben.

Die Synode wird in Frankfurt außerdem über die Zukunft der Kindertagesstätten in der EKHN sowie über die Fusion der Diakonischen Werke in Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck beraten. Ihr liegen zudem zwei Resolutionen vor, die sich auf den Lärm um den Frankfurter Flughafen sowie  die Verwendung von Biosprit befassen.

Die Synode will zudem  daran erinnern, dass in der EKHN vor zehn Jahren die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ermöglicht wurde. Die Martin-Niemöller-Medaille,  die höchste Auszeichnung, die die EKHN für Ehrenamtliche zu vergeben hat, wird Otto-Rudolf Kissel verleihen. Der frühere Präsident des Bundesarbeitsgerichts Kissel gehörte mehr als 20 Jahre der Kirchensynode der EKHN an. Von 1969 bis 1986 leitete er sie als Präses.

Die Tagung, die öffentlich ist,  findet im Konferenzsaal des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt, Kurt-Schumacher-Str. 23 (Nähe Konstabler Wache) statt. Die Tagesordnung und weitere Informationen sind im Internet zu finden unter http://www.ekhn.de/synode.

 

Text u. Foto: bet