17.03.12 Bilanz Notfallseelsorge - 99mal "Erste Hilfe für die Seele"


Sieben Stunden hat im vergangenen Jahr der längste, 15 Minuten der kürzeste Einsatz gedauert. Die Notfallseelsorge Kreis Bergstraße ist 2011 insgesamt 99mal alarmiert worden, heißt es in dem Jahresbericht, der bei der Teamversammlung in Heppenheim präsentiert wurde.

Die Betreuung von Angehörigen nach einem Todesfall in der Familie, die Überbringung einer Todesnachricht und Suizid sind die häufigsten Aufgaben, zu denen die insgesamt 66 Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger gerufen wurden. Die Einsätze, die den Helfern mitunter auch persönlich sehr nahe gehen, werden bei Nachbesprechungen aufgearbeitet. „Das Lachen nicht zu verlieren ist besonders wichtig“, sagte die Leiterin der Notfallseelsorge, Pfarrerin Barbara Tarnow, die ab April eine sechsmonatige Auszeit nehmen wird. Sie wird in diesem Zeitraum von Pfarrerin Steffi Beckmann vertreten, die als Klinikseelsorgerin im Heppenheimer Kreiskrankenhaus tätig ist.

Die Notfallseelsorge hat weiter Verstärkung bekommen. Dekanin Ulrike Scherf beauftragte bei der Teamversammlung  Jörg Awischus, Pfarrer in Hirschhorn, als neuen Notfallseelsorger. Für das Team bedeutet das eine Entlastung, da die Fahrten zu Einsätzen im Neckartal für die meisten besonders zeitaufwändig sind. Bei den 99 Einsätzen im vergangenen Jahr legten die Notfallseelsorger fast 5.000 Kilometer zurück.

Finanziell ist die Notfallseelsorge nach Angaben von Barbara Tarnow gut aufgestellt. Im vergangenen Jahr,  als die Organisation ihr 10jähriges Jubiläum feierte, gab es mit fast 10.000 Euro ein besonders hohes Spendenaufkommen.

Hedwig Böhm (Lorsch), Hannelore Göttge, Jörg Jungblut (beide Bürstadt), Ekkehart Röger (Bensheim), Michael Mauler (Fürth), Susanne Mink (Seeheim-Jugenheim), Klaus-Willi Schmidt (Pfungstadt) und Oliver Weiss (Viernheim) erhielten für zehnjährige Mitarbeit Ehrenurkunden. Ausgezeichnet für fünfjährige Mitarbeit wurden Michael Held (Bürstadt), Martin Huber, Dominik Kanka (beide Heppenheim), Ursula Horter-Weber, Hans-Peter Kohl  (beide Bensheim), Carsten Schneider (Hirschberg), Edith Unrath-Dörsam (Mörlenbach) und Christa Will (Einhausen).

Nach siebenjähriger Mitarbeit in der Notfallseelsorge wurde Renate Huber aus Heppenheim verabschiedet. Sie verlässt die Bergstraße und zieht nach Baden-Württemberg.

 

Foto: Nicht alle, die für zehn- oder fünfjährige Mitarbeit geehrt wurden, konnten bei dem Fototermin dabei sein. Dritter von rechts: der neue Notfallseelsorger Jörg Awischus. Er bekam von Dekanin Scherf (zweite von rechts) die Beauftragungsurkunde. Ganz rechts: Steffi Beckmann, die kommissarisch die Leiterin der Notfallseelsorge Barbara Tarnow (zweite von links) für sechs Monate vertreten wird.
Foto: Annette Siegel
Text: bet