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12.03.12 Ein Jahr nach der Katastrophe - Veranstaltung mit japanischem Journalisten im Haus der Kirche


Mit einer Schweigeminute hat Japan gestern der Opfer der Tsunami-Katastrophe von vor einem Jahr gedacht. In der Folge war es in Fukushima zu dem schwersten Atomunglück seit Tschernobyl gekommen. Die aktuelle Lage in Fukushima und die Konsequenzen aus dem GAU werden Thema einer Veranstaltung des Evangelischen Dekanats Bergstraße sein. Dazu wird ein Gast aus Japan erwartet.

Im April kommt der japanische Journalist Takashi Uesugi nach Deutschland. Er wird am 17. April im Heppenheimer Haus der Kirche über die Situation in Japan ein Jahr nach der nuklearen Katastrophe berichten. In Japan ist Takashi Uesugi ein bekannter Fernsehjournalist, der sich mit dem AKW-Betreiber Tepco angelegt hatte. Das Hamburger Magazin SPIEGEL schrieb im Mai vergangenen Jahres:

„Takashi Uesugi ist einer von jenen, die davon erzählen, wie empfindlich der Stromriese Tepco reagiert, wenn über Unliebsames berichtet wird. Nach der Katastrophe in Fukushima kampierte auch Uesugi in der Lobby von Tepco, weil er wissen wollte, was im Reaktor passiert. Am 15. März war er dann um ein Uhr nachmittags beim Tokyo Broadcasting System (TBS) live auf Sendung. Er sagte, dass offenbar Radioaktivität aus Reaktor 3 komme und dass im Ausland darüber berichtet werde. Nach der Sendung aber sei dann sein Chef zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, er sei gefeuert.“

Neben dem japanischen Journalisten wird bei der Veranstaltung unter anderem auch der Umweltpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Hubert Meisinger, zu Wort kommen. Sein Thema: die Energiewende und die Bewahrung der Schöpfung.

Die Veranstaltung am 17. April, die Barbara Köderitz von der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung organisiert, beginnt um 19.00 Uhr  im Haus der Kirche, Heppenheim, Ludwigstr. 13.

Zuvor ist Takashi Uesugi vom 10. bis 12. April Gast der Tagung „Ein Jahr nach der Katastrophe – Ein neuer Blick auf Japan“, die die Evangelische Akademie Hofgeismar und das Evangelischen Missionswerk (EMS) gemeinsam mit dem  Zentrum Ökumene der EKHN veranstaltet.  

Die Dekanatssynode des Evangelischen Dekanats Bergstraße hatte sich unmittelbar nach der Katastrophe in einer Resolution für den „schnellst möglichen, vollständigen und endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie“ ausgesprochen.

Die "Diakonie Katastrophenhilfe" hat inzwischen 2,3 Millionen Euro für Japan bereit gestellt, um den Überlebende der Tsunami und Atom-Katstrophe einen Neuanfang zu ermöglichen.

Um den täglichen Kampf um unverstrahltes Essen für die Kinder im Katastrophengebiet berichtet aktuell die EKHN auf ihrer Homepage.

Text: bet