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23.02.12 Schweigeminute für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt


Wie in vielen anderen Orten ist auch in Heppenheim heute um 12.00 Uhr der Opfer rechtsextremistischer Gewalt gedacht worden. An einer Schweigeminute vor dem Bürgerbüro der Kreisstadt beteiligten sich über 100 Menschen, darunter auch die Mitarbeitenden des Evangelischen Dekanats Bergstraße.

Bei der rechtsterroristisch motivierten Mordserie waren zwischen den Jahren 2000 und 2007 acht aus der Türkei stammende und ein griechischer Ladenbesitzer sowie eine Polizistin per Kopfschuss aus nächster Nähe ermordet worden. In einer Ansprache unmittelbar vor der Schweigeminute hatte Franz Beiwinkel vom DGB Bergstraße von Abscheu und Entsetzen angesichts der Mordserie gesprochen. „Unsere Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der Opfer“, sagte Beiwinkel. Er erinnerte daran, dass in den letzten 20 Jahren in Deutschland mindestens 140 Menschen durch rechtsextremistische Gewalt ums Leben gekommen seien.

Die Kirchenleitung der EKHN hatte an alle Einrichtungen und Mitglieder der evangelischen Kirche appelliert, nach Möglichkeit an den Gedenkveranstaltungen teilzunehmen. Wörtlich sagte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung: „Für die Angehörigen der Opfer ist es eine starke und tröstliche Geste, dass der Tod ihrer Angehörigen von der ganzen Gesellschaft wahrgenommen und betrauert wird. Für Menschen mit rechtsradikalen Ansichten ist das ein starkes Signal, dass diese Gesellschaft aktiv und klar für ihre freiheitlichen und demokratischen Grundlagen einsteht.“

Neben der Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf sowie Pfarrerinnen und Pfarrern hatten sich auch politische Repräsentanten – darunter Heppenheims Bürgermeister Rainer Burelbach sowie die Kreisbeigeordneten Thomas Metz und Matthias Schimpf - an der Schweigeminute in Heppenheim beteiligt.


Text u. Foto: bet