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12.01.12 "Hinwendung und Nähe" - Neue Ehrenamtliche in der Hospizbegleitung


In Affolterbach sind neue Mitarbeitende in der Hospizbegleitung beauftragt worden. Zur "Fülle des Lebens“ gehöre das Geboren werden wie auch das Gehen aus dieser Welt und damit das niemand alleine tun müsse, fänden sich immer wieder Menschen, die Sterbebegleitung anbieten, hieß es bei dem Sendungsgottesdienst.

In einem ökumenischen Gottesdienst in Affolterbach, den Pfarrerin Tabea Graichen und Diakon Huber aus Mörlenbach gemeinsam leiteten, wurden sechs Frauen und Männer in ihren Dienst als Hospizbegleiter entsandt. Ein Jahr lang wurden sie für diese ehrenamtliche und unentgeltliche Aufgabe von der Koordinatorin und Palliativ-Fachkraft vom Hospizdienst Odenwald des Evangelischen Dekanats Bergstraße Anneliese Pappe-Fischer qualifiziert.

Für die Predigt hatte Frau Pappe-Fischer einen Text aus dem Matthäus-Evangelium ausgewählt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.“ Sie ging in ihren Ausführungen der Frage nach,  wovon wir eigentlich leben und was die lebensnotwendigen Dinge sind? Wesentliches, was am Ende eines Lebens vermisst werde, sei Hinwendung und Nähe. „Zum Leben brauchen wir auch das miteinander Schweigen können,  miteinander Weinen über nicht erfüllbare Lebensträume; wir brauchen Hoffnung. Wir brauchen ein Gegenüber, ein Du, das mit uns teilt und immer brauchen wir das Gefühl gewollt und geliebt zu sein. Kleine Babys gedeihen nicht, wenn sie nicht berührt werden – weder durch Worte noch durch körperliche Berührung. Sie verkümmern und sterben und nicht viel anders ist es mit uns Erwachsenen. Wir erleben dann die Fülle des Lebens, wenn wir uns geliebt und getragen wissen, “ so Anneliese Pappe-Fischer. 
 
Zu den neuen Ehrenamtlichen sagte die Koordinatorin des Hospizdienstes:
„Ihr habt erfahren, wie viel Kraft man erhalten kann, wenn es gelingt dem Gegenüber, dem Nächsten auf Augenhöhe zu begegnen, ihn anzunehmen  ohne Bedingungen und mit Respekt.  Und ihr habt im Praktikum erfahren, dass wir nur hilfreich sein können, wenn wir um unsere eigenen Ängste wissen, wenn wir wissen, wie wir aufgestellt sind. Davon leben wir! Das bedeutet Nachfolge!“

Nach der Predigt wurden die Hospizbegleiter und -begleiterinnen durch Handauflegen eingesegnet,  erhielten einen Zuspruch und wurden mit ihren Urkunden in den Dienst entlassen. Einsatzgebiet ist das Weschnitztal und der Überwald mit  Grasellenbach und Wald-Michelbach mit den jeweiligen Ortsteilen.

Die neuen Ehrenamtlichen in der Hospizbegleitung sind (Foto von links n. rechts) Suta Ursula Allert aus Fürth, dahinter Ingeborg Novotny-Kumpf aus Wald-Michelbach,  Ingeborg Senz, dahinter Richard Senz beide aus Mörlenbach, Tamara Handwerker aus Grasellenbach und dahinter Stephan-Kurt Wiederroth aus Birkenau.

Der nächste Ausbildungskurs beginnt Ende Februar 2012.

Kontakt:
Hospizdienst Odenwald d. Ev. Dekanats Bergstraße
Am Bahnhof 8
69483 Wald-Michelbach
Tel. 06207-922666
Fax. 06207-948070
E-Mail. hospizdienst@haus-der-kirche.de