27.12.11 "Singen macht klug, gesund und schön!" -2012 ist Jahr der Kirchenmusik


„Kirche macht Musik – Musik macht Kirche“ lautet das Motto zum Jahr der Kirchenmusik, das die Evangelische Kirche 2012 begeht. Auch im Evangelischen Dekanat Bergstraße ist jede Menge Musik drin.

Neue Impulse im Jahr der Kirchenmusik erwartet Propsteikantor Konja Voll. „Besondere Ideen werden auf allen Ebenen umgesetzt - etwa eine Malwerkstatt zu Kirchenliedern. Es wird auch eine Uraufführung eines größeren Chorwerks in Bensheim geben oder den Kinderchortag in Rimbach.“ Die Vielfalt der Kirchenmusik werde sich in einer Vielzahl von Konzerten widerspiegeln.

Für Protestanten bedeutet Kirchenmusik seit jeher nicht nur Gesang und Klang. Wer singt, betet doppelt, davon war Martin Luther überzeugt.  Das Kirchenlied bekam mit der Reformation eine neue Bedeutung. „Es ist nicht mehr nur schmückendes Beiwerk im Gottesdienst, die Musik selbst wird als Verkündigung des Evangeliums verstanden“, betont Kantor Voll.

„Luther habe gewusst, dass das Evangelium nicht nur den Verstand, sondern alle Sinne anspreche“, meint Hermann Birschel, Gemeindepfarrer in Zotzenbach und Mitglied im Dekanatsausschuss für Kirchenmusik. „Das Singen ist dafür eine besondere Möglichkeit, weil wir singend nicht nur hören, sondern mit unserem Körper beteiligt sind, weil die Musik uns ergreift und mitschwingen lässt “.

Sein erstes geistliches Liederbuch aus dem Jahr 1529 nannte Luther bewusst „Gemeindegesangbuch“. Bahnbrechend war, dass die Lieder in deutscher Sprache geschrieben und gesungen wurden. „Damit konnte die Gemeinde aktiv am Gottesdienst teilnehmen und singend selbst das Evangelium verkünden. Das entspricht dem Priestertum aller Gläubigen, die in unmittelbare Beziehung zu Gott treten können und nicht mehr auf eine Vermittlung durch einen Priester angewiesen sind“, erläutert die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf.

Auf musikalische Ausbildung legten die Reformatoren Wert. „Kinder müssen singen und die Musica mit der ganze Mathematica lernen“, forderte Luther. Er schrieb Kirchenlieder, die heute zu den Klassikern im evangelischen Gesangbuch gehören. Über die Jahrhunderte ist stets Neues entwickelt worden. Aktuelle Trends hat die Kirchenmusik aufgegriffen. Die Anzahl der Gospel-Chöre ist in den vergangenen Jahren zum Beispiel sprunghaft angestiegen. Das hat Gründe, meint Marion Huth, Kirchenmusikerin in Seeheim und Leiterin des Dekanats-Gospelchors „Zwischentöne“ mit derzeit 36 Aktiven. „Es ist deutlich zu spüren, dass viele Menschen nicht nur Musik passiv hören, sondern wieder selbst aktiv werden wollen. Gospel ist geistliche Pop-Musik. Zu ihr finden Menschen eher einen Zugang, die selbst mit Pop-Musik aufgewachsen sind.“ Die „Zwischentöne“ sorgen nicht nur bei Konzerten, sondern auch bei besonderen Gottesdiensten für musikalischen Schwung.

Der Dekanat-Gospelchor ist im Jahr der Kirchenmusik ebenso zu hören wie Kinderchöre oder der Oratorienchor Bergstraße mit seinen rund 80 Sängerinnen und Sängern. Bei aller Unterschiedlichkeit ist allen gemeinsam, was Musikwissenschaftler herausgefunden haben: wer gemeinsam singt,  lebt glücklicher. Verschiedene Studien kommen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass Singen die Stimmung hebe, vor Stress schütze und das körperliche und seelische Wohlbefinden steigere. Kurz: Singen macht klug, gesund und schön!

Informationen zur Kirchenmusik im Evangelischen Dekanat Bergstraße unter:
http://www.bergstrasse-evangelisch.de/fachbereiche/musik.htm

 

Foto: der Chor der Chorleiter/innen der Dekanate Bergstraße und Ried
Text u. Foto: bet