02.12.11 Presseschau - Der Empfang zum neuen Kirchenjahr in den Zeitungen


„Freiheit aktiv gestalten und Freiheit leben“ (Odenwälder Zeitung), "Begegnungen leben, Freiheit verteidigen“ (Bergsträßer Anzeiger), „Der Sonntag als Synonym für Freiheit“ (Starkenburger Echo) – so lauteten die Schlagzeilen der Tageszeitungen  über den Empfang zum neuen Kirchenjahr in Heppenheim.

Festredner auf dem Empfang war der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung. Er hatte seinen Vortrag  unter das Motto gestellt: „Freiheit leben – Anspruch für Kirche und Gesellschaft“.

Dazu schreibt das Starkenburger Echo:
„Applaus bekam Jung, als er den Freiheitsbegriff in einem Zusammenhang stellte mit der Kampagne der Kirchen für den Schutz von Sonn- und Feiertagen. ‚Beherrschen wir die Ökonomie oder beherrscht uns die Ökonomie‘, dies sei die Frage, die in der Bibel im Zusammenhang mit dem Sabbat aufgeworfen und beantwortet wird, eine Frage, ‚die theologisch beginnt und politisch weitergeht‘, wie Jung sagte.
„Was wir glauben, formulieren wir im Hören auf die Bibel, die kein Gesetzbuch ist, sondern ein Maßstab“, sagte Jung in anderem Zusammenhang. Die Frage nach der Freiheit stellt sich nach Ansicht des Kirchenpräsidenten auch dort, wo es um Flucht und Vertreibung geht. „Wenn wir Europa dichtmachen, hat das mit Freiheit nichts zu tun“.

"Freiheit zur Ruhe" titeln gleichlautend die Lampertheimer Zeitung und die Bürstädter Zeitung. Weiter heißt es in dem Artikel::
"Jung machte in unserer Zeit vor allem ökonomische Abhängigkeiten aus und sprach von einer „Geißel der Verschuldung“ und der Abhängigkeit vom Konsum. Diese zu durchbrechen, bedeute beispielsweise, den Sonntag zu achten. Damit werde man sich der eigenen Freiheit bewusst, sich etwas Gutes tun zu können, so Jung: 'Wir haben eine Freiheit zur Ruhe' , betonte er.

Während des Empfangs war im Foyer des Traditionsgasthauses "Halber Mond" die Ausstellung „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?“ zu sehen. Dazu schreibt der Bergsträßer Anzeiger:
„Um die persönliche Auseinandersetzung mit dem Glauben drehte sich auch ein von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) hoch gelobtes Interviewprojekt des Dekanats Bergstraße vom September dieses Jahres mit dem Titel ‚Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?‘ Auch Jung begrüßte das Projekt als gutes Beispiel für den Wert der individuellen Freiheit und Meinungsunabhängigkeit. Dieser von Gott gegebene Geist ermögliche dem Menschen letztlich auch, gegen Unrecht und Gewalt einzutreten.“

In der Odenwälder Zeitung sind die Aussagen des Kirchenpräsidenten zur Ökumene nachzulesen:
„Freiheit bedeute auch die Begegnung und den Dialog mit Menschen anderer Religion und Konfession. In der Ökumene sei  ungewöhnlich viel geschehen, dennoch sei er vom Besuch des Papsts in Deutschland  enttäuscht. Der Papst habe es versäumt, den Auftrag zur Ökumene an die nächste Generation weiterzugeben. Jung sprach sich dafür aus, in der Ökumene nicht nachzulassen und weiter aufeinander zuzugehen.“

Genüsslich zitierten die Zeitungen auch eine Bemerkung von Präses Axel Rothermel, der scherzhaft Grußworte zur „modernen Form der Christenverfolgung“ erklärte. Er begründete damit, warum diesmal auf Grußworte verzichtet wurde. Der Präses moderierte stattdessen eine Talkrunde mit dem 1. Kreisbeigeordneten Thomas Metz, Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach und dem katholischen Pfarrer Dietmar Heeg.


Foto: der Schlierbacher Posaunenchor, der von Heinz Meister geleitet wurde, stimmte auf den Empfang ein.