22.11.11 Haushalt, Wahlen, Akademie - EKHN-Kirchensynode tagt in Frankfurt


Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) tagt von heute bis kommenden Samstag in Frankfurt. Unter der Leitung von Präses Dr. Ulrich Oelschläger beraten die 152 Synodalen unter anderem über den Haushalt 2012 und eine Erweiterung des Hauses der Stadtakademie Römer 9 in Frankfurt, das dann auch Sitz der Evangelischen Akademie Arnoldshain werden soll.

Beraten wird zudem in erster Lesung über eine neue Lebensordnung und einen Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der dort zeitgleich auch der Synode vorliegt. In der Lebensordnung werden die Standards der kirchlichen Amtshandlungen (Taufe, Trauung, Bestattung) sowie der Konfirmation und des Abendmahls beschrieben.

Zur Wiederwahl stehen an Cordelia Kopsch als Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten, Gabriele Scherle als Pröpstin für Rhein-Main sowie Christine Noschka als Leiterin des Dezernats 1 Kirchliche Praxis in der Kirchenverwaltung.

Die Synode wird in einer Feierstunde an den 70. Jahrestag des Ausschlusses getaufter Juden vom Abendmahl durch die damals vom NS-Staat gesteuerte Kirche und an die Änderung des Grundartikels der EKHN vor 20 Jahren erinnern. Damals wurde vor dem Hintergrund des Antisemitismus im NS-Staat das Bekenntnis zur „bleibenden Erwählung der Juden“ in den theologischen Grundsatztext der EKHN aufgenommen und damit einem theologisch begründeten Antisemitismus in der EKHN jegliche Grundlage entzogen.

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2012 geht von Einnahmen aus der Kirchensteuer in Höhe von 420,4 Mio. Euro aus. Das sind 20 Mio. Euro mehr als für das laufende Jahr 2011 veranschlagt worden waren aber nur wenig mehr als die EKHN nach der aktuellen Hochrechnung für das Jahr 2011 erwarten kann. Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfs umfasst 543,9 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 485,8 Mio. Euro. Dieser Anstieg ergibt sich allerdings nicht aus einer Steigerung der Ausgaben, sondern ist Folge von Umschichtungen bei den Rücklagen, die über den Haushalt abgewickelt werden, sowie von einer geplanten Zuführung in Höhe von 25 Mio. Euro an die Versorgungsstiftung für Altersbezüge. Für alle Bereiche in der EKHN gilt prinzipiell eine jährliche Einsparquote von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einzelne Bereiche waren davon allerdings ausgenommen. Dazu zählten die Kindertagesstätten, in denen zum Ausbau der Krippenplätze investiert wurde, sowie der Pfarrdienst, wo nicht gekürzt wird, um der bereits jetzt abzusehenden Pensionierungswelle entgegen zu wirken.

Nach Aussage von Finanzdezernent und Leiter der Kirchenverwaltung Heinz Thomas Striegler hat die EKHN bei der Kirchensteuer mit einem Minus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr 2010 gerechnet. Ende Oktober seien davon knapp drei Prozent eingetreten. Die finanzielle Situation gestalte sich im laufenden Jahr 2011 also etwas günstiger als vorausgedacht. Ob diese noch stabilen Verhältnissen“ allerdings weiter anhalten werden, beurteilte Striegler eher skeptisch. Der Verlauf der Finanzkrise und ihre Wirkung auf die Realwirtschaft seien derzeit kaum absehbar.

Die Synode ist laut Kirchenordnung das „maßgebende Organ der EKHN“. Sie besteht derzeit aus 152 Personen, 138 werden von den Dekanatssynoden der EKHN gewählt, zwei repräsentieren die Reformierte Stadtsynode aus Frankfurt. Zwölf Mitglieder wurden aufgrund ihres besonderen Sachverstands von der Kirchenleitung berufen. Gemäß Kirchenordnung gehören der Synode etwa ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer sowie zwei Drittel Ehrenamtliche an. Die Synode erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten ihre Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit Präses Dr. Ulrich Oelschläger an der Spitze.

Fortlaufend aktualisierte Informationen über die Kirchensynode finden Sie unter: www.ekhn.de


Text : Stephan Krebs
Foto: EKHN