29.10.11 Dekanatsynode - Wiederwahl der Dekanin ohne Gegenstimme


Ulrike Scherf bleibt Dekanin des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Die Dekanatssynode wählte auf ihrer Tagung in Mörlenbach die 47jährige mit überwältigender Mehrheit für eine weitere Amtsperiode. Sie erhielt 85 von 93 abgegebenen Stimmen bei acht Enthaltungen. Es gab keine Gegenstimme.

„Ich verstehe mein Amt als geistliches Amt. Ich bin keine Managerin, sondern eine Pfarrerin“, sagte Ulrike Scherf in ihrer Rede unmittelbar vor der Wahl. Jede der 34 Kirchengemeinden habe ihre eigene Prägung. Sie schätze die Vielfalt und Lebendigkeit des Gemeindelebens. Gemeinsam mit den Gemeinden, dem Dekanatssynodalvorstand und dem Team im Haus der Kirche wolle sie die „Dekanatslandschaft“ weiter gestalten. Dazu gehöre für sie auch, dass das Dekanat öffentlich Zeichen setze – etwa beim Sonntagsschutz, beim Engagement gegen Armut und Ausgrenzung, bei der Tafelarbeit  oder der Notfallseelsorge.

Bericht der Pröpstin
Die Starkenburger Pröpstin Karin Held hatte über die der Wiederwahl vorangegangenen Anhörungen und Gespräche mit dem Personalausschuss der Kirchenleitung, dem Dekanatssynodalvorstand sowie den Pfarrerinnen und Pfarrern im Dekanat berichtet. Dabei sei der ermutigende Führungsstil, die transparente Personalverantwortung, die geistliche Sprachfähigkeit und die gesellschaftspolitischen Impulse der Dekanin gewürdigt worden.  Ein Pfarrer habe sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, dass das Profil des Bergsträßer Dekanats weiter „gescherft“ bleibe.

Stimmen von Synodalen
Die große Zustimmung im regionalen „Kirchenparlament“ für eine weitere Amtsperiode der Dekanin kam offenbar nicht überraschend,  wie eine Umfrage nach der Wahl zeigte. Der Synodale Heinz-Gustav Schmidt von der Heppenheimer Heilig-Geist-Gemeinde sagte, die Dekanin sei kompetent im Umgang mit den Kirchengemeinden, Er habe sie dabei stets als sehr menschlich empfunden. Gerhard Christ aus Ober-Beerbach meinte, Ulrike Scherf praktiziere Leitungsverantwortung in Kombination mit geistlicher Leitung. Er habe sie als zuverlässig und glaubwürdig erlebt. Für Björn Rothmüller aus Zotzenbach war es beeindruckend, wie die Dekanin seine Gemeinde durch die schwierige Vakanz-Zeit begleitet habe: „Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich heute zweimal mit Ja gestimmt“. Der Synodale Alexander Gemeinhardt aus Bensheim sagte, die evangelische Kirche an der Bergstraße könne sich freuen, mit Dekanin Scherf ein theologisch kompetentes und freundliches Gesicht zu zeigen.

Finanzen
Einigkeit bestand auch bei der Verabschiedung des Haushaltsplans für 2012. Er sieht ausgeglichene Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 1.885.127 Euro vor und wurde ebenfalls ohne Gegenstimme gebilligt. Der im Dekanatssynodalvorstand für Finanzen zuständige Pfarrer Thomas Blöcher berichtete über die Projektförderung aus Mitteln des Finanzausgleichs, die verschiedenen Kirchengemeinden zugute komme. Bei den regionalen Projekten sei beschlossen worden, die Tafel in Rimbach, die Hospizarbeit im Weschnitztal und Überwald, das Hospiz Bensheim, das Projekt „Nacht der Kirche“ sowie zwei gemeindeübergreifende Kooperationen zu fördern. Ab sofort können nach Angaben von Pfarrer Blöcher Kirchengemeinden Zuschüsse für ehrenamtliche Tätigkeit beantragen. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) habe dafür erstmals finanzielle Mittel bereitgestellt.

Pfarrstellenbemessung
Mit Sorge betrachtet die Dekanatssynode die Pläne für die neue Pfarrstellenbemessung. Präses Axel Rothermel, der die Tagung der Dekanatssynode leitete, sagte, dass darüber im nächsten Jahr die Landeskirche entscheiden werde. Nach den bisherigen Plänen sei eine Kürzung der Pfarrstellen in Dekanat zu erwarten. Die Synodalen vereinbarten, sich in den weiteren Beratungsprozess auf landeskirchlicher Ebene aktiv einzuschalten.

Fundraising
Eine positive Zwischenbilanz seiner dreijährigen Tätigkeit zog der Fundraiser des Dekanats Christian Rupp. Er machte gegenüber den Synodalen deutlich, dass Fundraising nicht bloßes Spendensammeln bedeute, sondern vor allem „Beziehungsarbeit“, mit der eine Kultur des Gebens entwickelt und „ein Licht in den Herzen der Menschen entzündet“ werde. Grußworte auf der Synodentagung sprachen der Mörlenbacher Bürgermeister Lothar Knopf und Heinrich Strenge, Präses des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda, mit dem das Dekanat Bergstraße partnerschaftlich verbunden ist.

 


Foto: Präses Axel Rothermel war der erste Gratulant zur Wiederwahl von Dekanin Ulrike Scherf
Text u. Foto: bet