28.10.11 Nach (fast) 25 Jahren in Lorsch - Verabschiedung von Pfarrerin Katja Hennings


Nur drei Monate fehlen, dann wäre sie genau ein viertel Jahrhundert Gemeindepfarrerin in Lorsch. Doch auch mit ihren fast 25 Dienstjahren hat sie die evangelische Kirchengemeinde maßgeblich geprägt. Am kommenden Sonntag (30. Oktober) wird Pfarrerin Katja Hennings in den Ruhestand verabschiedet.

Die Frage, was die evangelische Gemeinde in Lorsch auszeichnet, beantwortet Katja Hennings ohne zu zögern: Die Vielfalt und das Potential der Menschen. „Was soll eine Pfarrerin allein schon machen, wenn es niemand gibt, der gute Ideen umsetzt“. In Lorsch habe sie über Jahre hinweg eine Offenheit und große Einsatzbereitschaft erlebt. Erst dadurch sei vieles in der Gemeinde und darüber hinaus möglich geworden.

Lorsch ist eine katholisch geprägte Stadt. Ökumene sei aber bereits seit langem  zur Selbstverständlichkeit geworden, betont die scheidende Pfarrerin. Das zeige sich in der ökumenischen Bibelwoche, dem ökumenischen Novembervortrag zu theologischen und sozialen Problemen, dem ökumenischen Gesprächskreis für Trauernde und vielen anderen gemeinsamen Vorhaben. „Ich selbst habe mir von den Katholiken einiges abgeguckt – etwa bei der Liturgie oder der Gestaltung der Osternacht“, räumt Katja Hennings offen ein.

Die Pfarrerin ist überzeugt, dass der Hessentag 1991 eine Zäsur für die Stadt bedeutete: „Seit dem Hessentag  ist Lorsch immer lebendiger geworden.“
Als Wohnort hat die Stadt ebenfalls an Attraktivität gewonnen. Das wirkt sich positiv auf die evangelische Gemeinde aus, die als eine der ganz wenigen noch einen Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen hat. Das ist auch an der hohen Anzahl er Konfirmanden ablesbar. In den vergangenen Jahren bildeten stets über 30 junge Menschen einen Konfi-Jahrgang, in diesem Jahr sind es sogar 47 – so viel wie nie zuvor.

Katja Hennings hat vor der Theologie in Heidelberg Philosophie und Soziologie und Kunstgeschichte, mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft studiert. Das hat, so betont sie, dazu beigetragen, dass sie genau überlegt, wie sie was sagt. „Als Pfarrerin versuche ich  meinen Zuhörern zum Beispiel verschiedene Dimensionen aufzuzeigen, die ein biblischer Text hat, und ihnen damit einen neuen Zugang zu ermöglichen.“

Die 65jährige hat ihren Wohnsitz in Lorsch bereits aufgegeben und ist mit ihrem Mann nach Fürth im Odenwald gezogen. „Wehmut ist bei dem Abschied dabei. Ich hoffe aber, dass der Kontakt zu den Menschen bleibt.“  Was hat sich Katja Hennings für ihren Ruhestand vorgenommen? „Ich weiß noch gar nicht, was das i.R. (= im Ruhestand) für mich bedeutet. Ich hüpfe auf dem Nestrand herum und freue mich auf die freie Zeit, die sich jetzt auftut.“

Am Sonntag den 30. Oktober wird Pröpstin Karin Held Pfarrerin Katja Hennings offiziell entpflichten. Der Gottesdienst, der von Dekanin Ulrike Scherf mit gestaltet wird, beginnt um 15.00 Uhr in der evangelischen Kirche auf dem Wingertsberg.

 


Text u. Foto: bet