11.10.11 Andrang bei den Tafeln - Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten am 21. Oktober


Der Zulauf zu den Tafeln ist ungebrochen hoch. Allein bei der Tafel in Rimbach sind aktuell 180 Haushalte registriert.  460 Personen versorgen sich dort mit Lebensmitteln. Davon sind 190 Kinder.

Diese aktuellen Zahlen nannte das Diakonische Werk Bergstraße auf Anfrage.  Auf der Warteliste der Tafel in Rimbach stünden weitere 15 Haushalte mit 27 Personen, davon sieben Kinder, teilte das Diakonische Werk (DW) weiter mit. Neben der Rimbacher Tafel ist das DW auch Trägerin der Tafel in Lampertheim. Im Landkreis Bergstraße gibt es weitere Tafeln in Bensheim, Bürstadt und Viernheim. die von der katholischen Kirche betreiben werden.

Im Diakonischen Werk gibt es mittlerweile Überlegungen die  Öffnungszeiten der Tafel zu erweitern. Dazu seien allerdings weitere Helferinnen und Helfer nötig. Bereits jetzt sind rund 70 Ehrenamtliche für die Rimbacher Tafle tätig. Sie engagieren sich bei der Ausgabe und dem Transport der Lebensmittel sowie der Logistik und Organisation. Unterstützung kommt auch von allen evangelischen Kirchengemeinden im Weschnitztal und Überwald, die eigene Obleute für die Tafelarbeit benannt haben.

Auch das Evangelische Dekanat Bergstraße unterstützt die Tafel. Es hat aber stets betont, dass für die Betroffenen Lebensbedingungen geschaffen werden müssen, die ein menschenwürdiges Leben und volles gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen , so dass Einrichtungen wie die Tafel überflüssig werden.

 „Die Tafeln in Bensheim, Bürstadt, Lampertheim, Rimbach und Viernheim sind ein Gradmesser, dass etwas nicht stimmt“, hatte der Präses des Evangelischen Dekanats Axel Rothermel, betont. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt scheint an den Tafel-Kunden – darunter  sind viele Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose – vorbei gegangen zu sein.

„Die Schere zwischen arm und reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Die  Anzahl der Reichen und die Anzahl der Armen nehmen stetig zu.  Die Einkommenspolarisierung verletzt das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen“, hatten das evangelische Dekanat und die katholischen Dekanat Bergstraße im Oktober vergangenen Jahres in der Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung kritisiert.

Welche Perspektiven haben Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind? Wie sind die Berufschancen von Langzeitarbeitslosen? Wie hoch ist das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und wie kann es gemindert werden? Diese und andere Fragen sind Thema einer Podiumsdiskussion mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten ein Jahr nach der „Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung."

Christine Lambrecht (MdB-SPD) und Dr. Michael Meister (MdB-CDU) werden am 21. Oktober im Haus der Kirche, Heppenheim, Ludwigstr. 13 Rede und Antwort stehen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

 

Foto: Kundengespräch in der Tafel Rimbach
Text u. Foto: bet