04.10.11 Ein Jahr "Heppenheimer Erklärung" - Podiumsdiskussion mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten


Im Oktober vergangenen Jahres hatten das Evangelische Dekanat Bergstraße gemeinsam mit den Katholischen Dekanaten Bergstraße die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung unterzeichnet.  Ein Jahr danach wird Bilanz gezogen.

Was hat sich im vergangenen Jahr bei der Armutsbekämpfung getan? Wie sind heute die Perspektiven für Kinder aus Familien, die von Hartz-IV leben? Welche Aussichten haben Langzeitarbeitslose? Wie steht es um bezahlbaren Wohnraum für Hartz-IV-Bezieher in der Region Bergstraße? Diese und andere Fragen sind Thema einer Podiumsdiskussion mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht (SPD) und Dr. Michael Meister (CDU), die von Präses Rothermel moderiert wird.

In der „Heppenheimer Erklärung“ hatten die Kirchen die Zunahme von Armut kritisiert und von der Politik „mehr Mut und Phantasie für Gerechtigkeit“ gefordert. Die Tafeln in Bensheim, Bürstadt, Lampertheim, Rimbach und Viernheim seien ein Gradmesser, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimme. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander gehe. Aus christlicher Sicht habe jeder Einzelne ohne Gegenleistung das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Wörtlich heißt es in der Heppenheimer Erklärung: „Wir treten dafür ein, dass jeder Mensch in Würde leben und unabhängig vom Einkommen in vollem Umfang am gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben kann.“

Bei einer Veranstaltung unmittelbar nach Unterzeichnung der Heppenheimer Erklärung hatten die beiden Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht (SPD) und Dr. Michael Meister (CDU) die Forderung der Bergsträßer Dekanate unterstützt, „allen Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern die gleichen Bildungschancen einzuräumen.“ Mit Interesse wurde auch die Bereitschaft der SPD- wie des CDU-Abgeordneten  registriert, über eine höhere Besteuerung von Spitzenverdienern nachzudenken. Allerdings gab es auch deutliche Differenzen – etwa bei der Bewertung der Tafeln oder dem Elterngeld.

Ein Jahr danach wollen die evangelische und die katholische Kirche an der Bergstraße erneut bei den Bergstraße Bundestagsabgeordneten nachhaken: Wie weit klafft die Schere zwischen Arm und Reich heute auseinander? Haben sich die Teilhabechancen für Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, verbessert oder werden die Betroffenen noch stärker ausgegrenzt? Und wie wird sich die Finanzkrise auf die Sozialpolitik und die Armutsbekämpfung auswirken?

Die beiden Bundestagsabgeordneten haben zugesagt, Rede und Antwort zu stehen. Die Podiumsdiskussion am Freitag, den 21. Oktober beginnt um 19.30 Uhr im Haus der Kirche, Heppenheim, Ludwigstr. 13. Wortbeiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.

 

Foto: Christine Lambrecht, Dr. Michael Meister, Präses Axel Rothermel (stehend) bei der Veranstaltung am 15. Oktober 2010 im Verkaufsraum der Tafel in Rimbach
Text u. Foto: bet