22.09.11 "Hier wird jeder zum Koggen-Segler" - Frische Brise mit dem Evangelischen Dekanat


„Hanse, Backsteingotik und Piraten“ lautete der Titel einer fünftägigen Studienfahrt, die nach Lübeck, Wismar und Hamburg führte. Wer mit dem Evangelischen Dekanat auf diese Fahrt ging,  kann nicht nur was erzählen. Die Teilnehmer/innen haben sich ganz nebenbei sogar tapfer als Koggen-Segler/innen geschlagen und sind dafür von der mecklenburgisch-vorpommerschen Weltpresse gewürdigt worden. Doch der Reihe nach:

Der Ostseeraum gilt als Geburtsland der Hanse, zu der sich vor fast 1000 Jahren niederdeutsche Kaufleute zusammengeschlossen hatten. Wohlstand und Reichtum durch blühenden Handel zeigt sich noch heute im Stadtbild mit den prächtigen Rathäusern, Kontoren, Fachwerkhäusern und Kirchen in der für den Norden typischen Backsteingotik.

All das wurde während der Studienfahrt besichtigt, betrachtet und bestaunt. Doch was ist die Hanse und die Ostsee ohne die Fahrt auf einer Hanse-Kogge? So machten die Teilnehmer/innen der Studienfahrt klar Schiff und gingen an Bord der „Wissemara“, dem mehr als 30 Meter langen Nachbau einer Hanse-Kogge. Begleitet wurden sie dabei von einer Mitarbeiterin der Ostsee-Zeitung. Der Titel ihrer Reportage über den Segel-Törn lautet: „Hier wird jeder zum Koggen-Segler“. Ob sie dabei ausschließlich an die Männer dachte, entzieht sich unserer Kenntnis. Namentlich zitiert wird eine Frau:

„Man bekommt hier ein richtig gutes Gefühl fürs Segeln“, sagt Birgit Geimer aus Hessen. Sie verfolgt mit einer Reisegruppe die Spur der Hanse. „Da gehört ein Ausflug auf der Kogge einfach dazu“, ist sie überzeugt.

Etwas genauer, liebe Ostsee-Zeitung in Norddeutschland, hätten wir es schon gern. Birgit Geimer aus Hessen ist Bildungsreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße mit Sitz in Heppenheim. Sie hat die Studienfahrt an die Ostsee gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk organisiert und damit die Ausbildung der Hessen, die bekanntlich keinen direkten Zugang zu einem der Weltmeere haben, zu Koggen-Seglern überhaupt erst möglich gemacht. Eine Pioniertat!  Denn abschließend heißt es in der Reportage der Ostsee-Zeitung:

Kurz bevor die „Wissemara“ in den Heimathafen einläuft, hat die Crew das Manöver scheinbar in die Hände der Passagiere gelegt. Selbst zierliche Frauen greifen nach den Tauen und warten auf das Kommando des Kapitäns:  „Gei auf das Segel!“ Die Taue zum Aufholen des losen Segels werden solange gezogen, bis das Tuch wieder unter der Rah zusammengerafft ist. Die Kogge macht wieder im Hafen fest.

Geschafft! Das nennt man gekonntes hessisches Seemanöver mit gezielter Navigation. Piraten wurden nicht gesichtet. Aber jede Wette, mit denen wären die Bergsträßer Koggen-Segler/innen auch noch fertig geworden! Bildungsreisen mit dem Evangelischen Dekanat machen halt in jeder Hinsicht klüger. Da das Bildungsreferat Bildung gern weitergibt und niemanden den Wind aus dem Segel nehmen will,  dürfen wir uns auf das Fortbildungsseminar „Segeln leicht gemacht“ auf einem Bergsträßer Baggersee freuen – es muss ja nicht gleich mit einer Hanse-Kogge sein, oder?

Foto: Birgit Geimer
Text: bet