18.09.11 Elisabeth-Preis für Demenz-Projekt in Jugenheim - Sonderpreis für Brunnengasse in Rimbach


Die hessischen Diakonieverbände haben heute in Marburg zwei Projekte im Evangelischen Dekanat Bergstraße mit dem Elisabeth-Preis ausgezeichnet.worden. Der mit 6.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Projekt „Aktiv leben mit Demenz – Altes Forstamt“ in Jugenheim. Einen Sonderpreis und 1.000 Euro erhielt erhält das Rimbacher Projekt „Brunnengasse – Hilfen aus einer Hand“ des Diakonischen Werks Bergstraße.

Mit dem erstmals vergebenen Elisabeth-Preis wollen die Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau und die Diakonischen Werke in Hessen und Nassau (DWHN) sowie Kurhessen-Waldeck (DWKW) nach eigenen Angaben zukunftsweisende Ideen, Konzepte und Projekte zu den Themenbereichen „Starke Familien – starke Kinder“ sowie „Würde bewahren – trotz Alter und Krankheit“ auszeichnen. „Die Preise für gleich zwei innovative Projekte in unserer Region zeigen, dass diakonisches Engagement bei uns einen hohen Stellenwert und eine hohe Qualität hat. Die Auszeichnungen können ein Anstoß sein, dass solche Projekte auch woanders Schule machen“, sagte die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf in einer ersten Reaktion auf die Preisverleihung.

In der Begründung für die Preisverleihung heißt es, das Jugenheimer Projekt „Aktiv leben mit Demenz – Altes Forstamt“ verbinde räumlich und inhaltlich eine Sonderwohnform für Menschen mit Demenz mit einem Familienzentrum und einem Begegnungsort für junge Menschen. Die ideale Lage des Gebäudes in der Ortsmitte erleichtere und fördere die Teilhabebedürfnisse der Bewohner genauso wie den Kontakt und die Begegnung mit den Kindern und Besuchern des Familienzentrums. Die Bewohner könnten ihre Fähigkeiten und Gewohnheiten einbringen. Angehörige, Betreuer und Pflegekräfte seien Gäste. Das Forsthaus, seine Bewohner, deren Familien und andere Nutzer würden zudem regelmäßig zum kulturellen Leben der Kommune beitragen etwa bei Lesungen, Vorträgen, Basare und anderen Kulturveranstaltungen. Das Projekt wird von der Diakoniestation Nördliche Bergstraße e.V getragen.

Dem „Wohnprojekt Brunnengasse“ in Rimbach wurde ein Sonderpreis zugesprochen, weil das Diakonische Werk Bergstraße damit die Wohn- und Lebenssituation von Familien verbessere, die von psychischer Erkrankung betroffen seien. Kinder, bei denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, seien in ihrer eigenen Entwicklung gefährdet. Psychisch kranke Eltern hätten aber in der Regel sowohl eine Beziehung zum als auch ein Interesse am Kind. Sie könnten dessen kontinuierliche emotionale und psychische Versorgung nicht durchgehend leisten. Das Angebot des Betreuten Wohnens für die ganze Familie in Rimbach trage dieser Situation Rechnung.

Weitere Preise in Höhe von jeweils 3.000 Euro gingen an den Wohnbereich Seckbacher AU“ der Inneren Mission Frankfurt am Main und das Marburger Projekt „Das Familienhaus“ des Elisabeth-Vereins Marburg

Der gemeinsame Jahresempfang der beiden Diakonischen Werke gilt als wichtiges Zeichen für die im Januar 2013 geplante Fusion der Verbände. Er war in Anlehnung an das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 unter das Motto gestellt worden: „Gaben entfalten – Engagement gestalten“. „Das Ehrenamt gehört zu den konstitutiven Wurzeln kirchlicher und diakonischer Arbeit. Ohne dieses Engagement wäre unsere Arbeit nicht so erfolgreich wie sie ist“, betonten Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des DWHN, und Landespfarrer  Dr. Eberhard Schwarz (DWKW).
 
Den Auftakt des Tages bildete zuvor ein gemeinsamer Diakonie-Gottesdienst in der Marburger Elisabethkirche, den der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, gemeinsam feierten.

 

Foto: Das alte Forstamt in Jugenheim - heute genutzt von der Demenz-WG.