11.09.11 "Danke, dass es Euch gibt!" - Notfallseelsorge mit neuen Teammitgliedern


Die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße hat sich bei Hilfseinsätzen in Krisenfällen als unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens fest etabliert. Das zeigt die Einsatzbilanz, die bei der Vollversammlung in Zotzenbach vorgestellt wurde.

Danach war die Notfallseelsorge im vergangenen Jahr genau 91mal alarmiert worden. Von Januar bis September dieses Jahres war sie bereits 66mal im Einsatz. In den meisten Fällen leistete sie nach einer erfolglosen Reanimation, beim Überbringen einer Todesnachricht, bei Verkehrsunfällen und Suizid „erste Hilfe für die Seele“. Jeweils zwei  Notfallseelsorger stehen rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Alle Teammitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Wegen der steigenden Anforderungen hat sich die Notfallseelsorge personell weiter verstärkt. Nach einer einwöchigen Ausbildungsphase sind Monika Bertram aus Heppenheim, Hermann Birschel aus Zotzenbach und Gisela Wasserer aus Bensheim-Auerbach neu in das rund 60köpfige Team aufgenommen worden. In ihrer Anfangsphase werden ihnen erfahrene Teammitglieder als Paten zur Seite gestellt, die sie bei Bedarf unterstützen und beraten. Bei einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche Zotzenbach überreichten Dekanin Ulrike Scherf und Dekan Hans Georg Geilersdörfer die Beauftragungsurkunden.

Die Frau, die vom Unfalltod ihres Ehemannes erfährt oder der Vater, der seinen Sohn nach einem Suizid auffindet – bei solchen oder ähnlichen Schicksalsschlägen seien Notfallseelsorger zur Stelle. Sie könnten vermitteln, dass niemand vergessen werde, sagte Dekanin Scherf in ihrer Predigt. Beistand in seelischen Notsituationen zu leisten, sei für die Betroffenen unendlich wichtig.

Das machten in ihren Grußworten auch Margit Eckstein vom Rimbacher Gemeindevorstand, Christel Fuchs vom Evangelischen Dekanat Bergstraße und Björn Rothmüller deutlich, der in einer seltenen Personalunion am Gottesdienst teilnahm. Er spielte die Orgel und sprach ein Grußwort als Polizist. Der im Odenwald für den Erkennungsdienst tätige Beamte berichtete, wie hilfreich die Notfallseelsorge war, als er im Zusammenhang mit dem Tod eines Säuglings im Einsatz war. “Danke, dass es Euch gibt“, sagte Björn Rothmüller im Namen der Polizei.

Für sein 10jähriges ehrenamtliches Engagement in der Notfallseelsorge wurde Martin Fraune geehrt. Auszeichnungen für fünfjährige Mitarbeit erhielten Paul Endres, Margrit Jurazyk, Hans Dietrich Stolz, Ursula Horter-Weber und Irmtraud Walter.

 

Foto: vorn von links n. rechts Dekan Hans Georg Geilersdörfer, Gisela Wasserer, Hermann Birschel, Monika Bertram, Dekanin Ulrike Scherf. Hinten die „Paten“ der neuen Notfallseelsorger/innen
Text u. Foto: bet