23.08.11 "Bilder zum Nachdenken" - Ausstellung mit Werken von Udo Marker in Mörlenbach


Die evangelische Kirchengemeinde Mörlenbach greift in einer Ausstellung das Thema „Armut“ auf. Ab Mittwoch, den 31. August, werden in der Kirche Bilder des Künstlers Udo Marker zu sehen sein, der sich unter dem Künstlername Saase für soziale Gerechtigkeit engagiert.

Udo Marker greife soziale, politische und gesellschaftliche Geschehnisse auf und stelle sie mit den Mitteln der Kunst oft in provozierender und drastischer Art dar, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.  Die Bilder sollen zum Nachdenken anregen.
Einige Bilder waren bereits im vergangenen Jahr im Heppenheimer Haus der Kirche zu sehen. Damals hatte das Evangelische Dekanat Bergstraße gemeinsam mit den Katholischen Dekanaten Bergstraße die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung verabschiedet. Darin kritisieren die Kirchen eine soziale Schieflage in der Gesellschaft. Sie sprechen sich dafür aus, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Einkommen in vollem Umfang am gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben können und fordern, dass beim  Sparen Gerechtigkeit und Menschenwürde nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Begleitend dazu wurde eine Ausstellung mit Bildern von Udo Marker gezeigt.

Der in Gorxheimertal lebende Künstler hatte sich auch an dem aktuellen Interviewprojekt „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein“ beteiligt. In dem Interview sagte er unter anderem: “Evangelisch sein heißt für mich: sich einmischen, Position beziehen und Missstände anprangern. Ich habe sozialkritische Bilder gemalt, weil ich vieles, was in der Welt geschieht, als ungerecht empfinde und diese Ungerechtigkeiten will ich darstellen. Ich habe mich sehr über die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung gefreut. Das sind klare und eindeutige Worte. Ich finde es richtig, dass die evangelische Kirche Dinge offen anspricht, die nicht in Ordnung sind. Das ist ein Weg, schwachen Menschen zu helfen.“

Udo Marker wurde 1939 in Großsachsen geboren. Ab 1970 bis 1974 studierte er Malerei, Grafik und Kunst am Bau an der Kunstschule Mannheim. Später arbeitete er  in der offenen Jugendarbeit, zeitweise in einem sozialen Brennpunkt.

Die Ausstellung in der evangelischen Kirche Mörlenbach wird am Mittwoch,  den 31. August,  um 17.00 Uhr eröffnet. Im September und Oktober sind die Bilder immer sonntags nach dem Gottesdienst zu sehen. Besichtigungen zu anderen Zeiten sind nach  Absprache möglich.
Kontakt: Gemeindebüro
Telefon: 06209 -97339-0
E-Mail: buero@ev-kirche-moerlenbach.de  

Terminhinweis: am 21. Oktober veranstalten das Evangelische Dekanat und die Katholischen Dekanate eine Podiumsidskussion mit den Bergsträer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht (SD)und Dr. Michael Meister (CDU). Ein Jahr nach Verabschiedung der "Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung" wird kritisch nachgefragt: Was hat sich bei der Armutsentwicklung getan? Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Haus der Kirche, Heppenheim, Ludwigstr. 13


Text u. Foto: bet