12.07.11 Brot für die Welt zieht Bilanz - Neue Kampagne gegen "Landgrabbing"


Die Gemeindemitglieder im Evangelischen Dekanat Bergstraße haben sich 2010 wie gewohnt als sehr spendenfreudig erwiesen. Für die Aktion Brot für die Welt kamen insgesamt  62.298,45 Euro zusammen. Zu Erntedank gaben die Kirchenbesucherinnen und -besucher 16.402,09 Euro und an Heiligabend mit 45.896,36 Euro sogar 3.264,69 Euro mehr als im Jahr davor.

Das geht aus der regionalen Bilanz hervor, die das evangelische Hilfswerk jetzt vorstellte.  „Die Spendenbereitschaft ist ein deutliches Zeichen, dass evangelische Christen auch über den eigenen Tellerrand schauen‘“, sagte Dekanin Ulrike Scherf.
Bundesweit konnte die Aktion Brot für die Welt im letzten Jahr ihre Spenden um  13,5% steigern. Die Spendensumme beträgt 62.128.268 Euro. Das sind 7.415.730,00 Euro mehr als im Vorjahr und das viertbeste Spendenergebnis in der Geschichte von Brot für die Welt.

Die Direktorin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, dankte  allen Spenderinnen und Spendern für Ihre Hilfsbereitschaft und das Vertrauen, das sie Brot für die Welt entgegenbringen. Sie sprach sich dafür aus, dass die Energiewende nicht auf Kosten der Armen gehen dürfe. Durch den Bedarf an Agroenergie und Agrokraftstoffen würden für die Ernährung wichtige Ackerflächen besetzt. Der Mangel an Nahrungsmitteln wiederum setze eine Preisspirale auf den Weltagrarmärkten in Bewegung, die die Anzahl der Hungernden voraussichtlich bald wieder über die Marke von 1 Milliarde Menschen treiben werde. Füllkrug-Weitzel nannte als Beispiel einen Fall aus Sierra Leone, das zu den ärmsten Länder der Welt zählt: "Dort hat das Schweizer Unternehmen Addax 57.000 ha Land gepachtet. Auf 12.000 ha soll Zuckerrohr angebaut werden für Bioethanol, das in der EU zur Erfüllung der Biospritquote dem neuen E10-Kraftstoff beigemischt wird. Eine Studie weist nach, dass Addax Kleinbauern in die Not treibt, weil versprochene Kompensationsleistungen nicht erbracht wurden und Menschenrechte gefährdet werden. Das ist nicht nachhaltig, sondern menschenverachtend.“

Die immer stärkere Nutzung von Land durch große Konzerne, die auf den Flächen Agrotreibstoffe anbauen, wird als „Landgrabbing“ bezeichnet. Landgrabbing und seine Auswirkungen werden auch im Fokus der am kommenden Advent beginnenden 53. Sammelaktion stehen.
Weltweit wurden 2010 insgesamt 1020 Projekte gefördert. Im Mittelpunkt der Arbeit von Brot für die Welt steht stets die Hilfe zur Selbsthilfe. Brot für die Welt fördert Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung, Gesundheit, HIV/AIDS, Bildung,  Kinder- und Jugend, Menschenrechte und Klimaschutz.

Spenden für Brot für die Welt nimmt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau entgegen.
Bankverbindung: 
Konto 4100 000 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Frankfurt,
BLZ: 520 604 10
Stichwort: Brot für die Welt



Text: Dr. Ute I. Greifenstein,  Beauftragte für Brot für die Welt in Hessen und Nassau / bet
Foto: Ralf Maro, Brot für die Welt.