09.06.11 "Da wird auch dein Herz sein" - Nachbetrachtung zum Kirchentag in Dresden


Lange hatten sich alle auf die Fahrt nach Dresden gefreut, am 1. Juni war es dann soweit – über 60 Teilnehmer aus dem Dekanat Bergstraße machten sich gemeinsam auf den Weg zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Noch war das Wetter eher grau und nasskalt, was der guten Laune im Bus aber überhaupt keinen Abbruch tat.

Nach knapp sieben Stunden Fahrt erreichten wir dann unser Quartier in einer Grundschule in Ottendorf – Okrilla, einem kleinen Ort circa 18 Kilometer nördlich von Dresden. Nach dem Aufteilen der Klassenzimmer machten wir uns direkt auf den Weg in die Innenstadt um einen der Eröffnungsgottesdienste zu besuchen, bei dem auch Bodo Wartke das Lied zum Kirchentag „Da wird auch dein Herz sein“ vorstellte, welches nach dem diesjährigen Motto benannt ist. Vor der Kulisse der Elbe und der Altstadt war schon der Gottesdienst allein ein Erlebnis, nicht so eindrucksvoll wie der „Abend der Begegnung“ allerdings, an dessen Ende sich über 100 000 Menschen an den Elbufern und auf der Augustusbrücke versammelten. Kerzen wurden verteilt und auch auf der Elbe schwammen tausende von Lichtern, während ein Chor für musikalische Untermalung sorgte.

An den folgenden drei Tagen auf dem Kirchentag konnte man sich aus dem umfangreichen Programm alle möglichen Angebote heraussuchen und mit teilweise extra eingesetzten Bussen und Bahnen zu den Veranstaltungsorten fahren, die über ganz Dresden verteilt waren. Überall spielten Bands, es gab Andachten, Bibelarbeiten, riesige Messezelte voller verschiedener Angebote, Podiumsdiskussionen und natürlich auch die Jugend – und Kinderzentren, in denen für die jeweiligen Altersgruppen verschiedene Aktionen geboten wurden, beispielsweise Musicals, aufgeführt von Kindern und Jugendlichen.

Mit knapp 120 000 Dauerkartenbesitzern und natürlich den jeweiligen Tagesbesuchern war Dresden voller Menschen in grünen Kirchentagsschals, wohin man auch ging. Überall mussten Veranstaltungen wegen Überfüllung geschlossen werden, weshalb viele Besucher schon über eine Stunde vorher vor den jeweiligen Veranstaltungsplätzen in der Schlange standen. Dabei wurde aber keineswegs schlecht gelaunt und ungeduldig gewartet, stattdessen wurden Lieder angestimmt und gemeinsam getanzt, so dass die Wartezeit ein fast genauso schönes Erlebnis wie die Veranstaltung selbst war.

Zu meinen persönlichen Highlights hat definitiv ein Rockgottesdienst der Jungen Gemeinde aus Zossen bei Berlin gehört, bei dem Jugendliche mit Rockmusik und gerappten Fürbitten den Gottesdienst gestalteten, so dass fast Konzertfeeling auf kam. Überhaupt waren viele musikalische Veranstaltungen sehr schön, darunter Großkonzerte wie ein Gospelkonzert im Stadion mit Nina Hagen, aber auch kleinere Bands wie icarus aus dem Saarland, die in einem Gemeindesaal an der Trinitatiskirchruine auftraten.

 

Natalie Hechler, Evangelische Jugend Bergstraße