28.05.11 "Trösten und nicht vertrösten" - 10 Jahre Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße


Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Festprogramm in der Heppenheimer Christuskirche hat die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Seit ihrer Gründung ist das Team der Notfallseelsorge zu 820 Einsätzen gerufen worden, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.

Ausgehend von dem Jesus-Wort in der Bergpredigt „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“, sagte die die Starkenburger  Pröpstin Karin Held, dass Trost eine Urerfahrung sei, die jeder Mensch brauche.  Es sei ein Irrtum zu meinen, wir seien fähig, ohne Trost zu leben. „Viele hätten bei der Notfallseelsorge in den vergangenen zehn Jahren die Erfahrung gemacht, dass sie „Trost erfahren haben und nicht vertröstet wurden“, so Pröpstin Held in ihrer Predigt.

Dank und Anerkennung gab es vor allem für Pfarrerin Barbara Tarnow. (Foto links stehend) Sie hatte die Notfallseelsorge maßgeblich mit aufgebaut und leitet das Team bis heute. Die von ihr organisierte Ausbildung der Notfallseelsorger/innen gilt über die Kreisgrenze hinaus als vorbildlich. Die Evangelische Kirche hat für die Leitung der Notfallseelsorge eine halbe Pfarrstelle eingerichtet.

Vor zehn Jahren, am 9. Mai 2001, waren die ersten 39 Mitarbeiter/innen in der Christuskirche für den Dienst in der Notfallseelsorge beauftragt worden. Knapp die Hälfte von ihnen ist immer noch ehrenamtlich tätig. Pröpstin Held und Generalvikar Dietmar Giebelmann vom Bistum Mainz zeichneten 18 Notfallseelsorger/innen für zehnjährige Mitarbeit aus.

Zu den „Frauen und Männern der ersten Stunde“ gehören Ursula Hafenrichter, Ronny Schreiber, Barbara Tarnow, Ulrike Scherf, Waltraud Stopp, Adam Schmidt, Stephan Volk, Bernhard Deisler, Helga Leib, Harald Logins, Steffi Beckmann (Foto unten), Silke Bienhaus, Thomas Hoffmann, Hermann-Josef Herd, Katharina Gladisch, Susanne Mink, Klaus-Willi Schmidt und Elfi Roth.

Die Bergsträßern Dekanin Ulrike Scherf und ihr katholischer Amtskollege Hans-Georg Geilersdörfer vom Katholischen Dekanat Bergstraße-Ost beauftragten zudem sieben neue Mitglieder der Notfallseelsorge. Olaf Heuschmann (Lorsch),  Regina Kahl (Fürth), Renatus Keller (Lorsch), Ursula Körber (Viernheim), Andrea Kronauer (Neckarsteinach),  Tanja Leonhardt (Pfungstadt) und Frank Sticksel (Heppenheim) hatten sich dafür ein halbes Jahr ausbilden lassen. (Drittes Foto von oben) Mit ihnen besteht das Team Notfallseelsorge Bergstraße aus insgesamt 66 Aktiven. Es ist damit eines der größten in Hessen.

Beim anschließenden Empfang würdigte auch die Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht die Arbeit der Notfallseelsorge. Sie komme im Kreis Bergstraße in der Regel nicht zu zehnjährigen Jubiläen. Das Engagement der Notfallseelsorge sei aber so wichtig und so umfangreich, dass sie dafür ausdrücklich danken möchte, betonte die SPD-Politikerin.

Der Präses des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Axel Rothermel, hob die Belastung für die Aktiven hervor. Selbst wenn sie nicht zu Einsätzen ausrücken müssten, stünden jeden Tag Ehrenamtliche in 24stündiger Rufbereitschaft.

Beeindruckt von dem Festgottesdienst zeigte sich Gottlieb Ohl. Der  Dezernent für Gefahrenabwehr im Kreis Bergstraße und Vorsitzender des Fördervereins Notfallseelsorge meinte: „Dieser Gottesdienst war eine Reha-Kur für die Seele“. Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von Uta-Gabriele Sperling, Monika Volk, Thomas Hoffmann und Henry Spielhoff.

Grußworte zum zehnjährigen Jubiläum kamen auch vom Evangelischen Dekanat Ried, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, den benachbarten Notfallseelsorgeteams im Landkreis Odenwald und in Darmstadt und Umgebung, sowie vom Lions-Club, der Theatergruppe Blaulicht Seeheim und der Freiwilligen Feuerwehr Balkhausen, die der Notfallseelsorge zum „Geburtstag“ Spenden überreichten.

Mit strapazierten Lachmuskeln hatte die Notfallseelsorge zum Abschluss ihres zehnjährigen Jubiläums zu kämpfen – beim ökumenischen Kirchenkabarett mit den Theologen Hans-Joachim Greifenstein und Thomas Klumb.

 

 

 

 

Text u. Fotos: bet