26.05.11 Ein Ort auf der Suche nach Halt - Gednekgottesdienst für totgeborene Kinder


Auf  dem  Heppenheimer Friedhof ist Kindern gedacht worden, „denen das Licht dieser Welt verborgen blieb“. Zu dem von der Klinikseelsorge des Kreiskrankenhauses Bergstraße gestalteten Gottesdienst waren zahlreiche Angehörige totgeborener Kinder erschienen.

30 Frauen und Männer, betroffene Eltern und ihre Kinder, aber auch Vertreter der Stadt Heppenheim und des Friedhofes, sowie der Gynäkologischen Abteilung des Kreiskrankenhauses und evangelische wie katholische Seelsorger waren zusammengekommen, um eigenerTrauer, aber auch bleibender Verbundenheit Ausdruck zu verleihen. Bei den Betroffenen handelte es sich nicht nur um Familien, die ein eigenes Kind im Heppenheimer Grabfeld für Totgeburten beigesetzt haben, sondern auch um solche, denen zum Teil schon vor Jahren ein Kind im Mutterbauch verstorben ist und die bislang keinen Ort zum Gedenken, Abschiednehmen und Trauern hatten. Diesen Platz bietet das Grabfeld auf dem kirchlichen Teil des Friedhofs mit seinem Gedenkstein, an dem die Teilnehmenden Kerzen des Gedenkens aber auch der Hoffnung und Verbundenheit über den Tod hinaus abstellten.

Eine Besonderheit des Heppenheimer Grabfeldes ist, dass die Stadt auf jegliche Gebühren und auf große Formalitäten verzichtet hat, um den von diesem Leid Betroffenen eine unbürokratische Form der Hilfe anzubieten. Unterstützt wird dieses Anliegen von den Bestattern, die z.T. ebenfalls auf jegliche Kosten verzichten, um den Eltern die Entscheidung für eine Beisetzung, die bei Föten vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben ist, zu erleichtern.

Wie wichtig und kostbar das Schaffen eines solchen Ortes bleibender Verbundenheit für die Betroffenen sein kann, brachten die Seelsorgenden des Kreiskrankenhauses, die evangelischen Pfarrerinnen Silke Bienhaus und Steffi Beckmann sowie Pastoralreferent Dr. Bernhard Deister im von ihnen gestalteten Gedenkgottesdienst, der jährlich im Mai stattfindet, zum Ausdruck.

 

Das Foto zeigt den Gedenkstein auf dem Gräberfeld für totgeborenen Kinder

Text: Klinikseelsorge
Foto: bet