13.05.11 "Zur Freiheit berufen" - Kircbenpräsident zitiert "Stimmen der Freiheit" aus dem Dekanat Bergstraße


Auf der Tagung der Kirchensynode hat sich Kirchenpräsident Dr. Volker Jung in seinem Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft mit einem Zentralbergriff der Reformation auseinandergesetzt: die Freiheit. Dabei ging der Kirchenpräsident auch auf das laufende Interviewprojekt des Evangelischen Dekanats Bergstraße ein: „Was heißt es für mich, evangelisch zu sein?"

Der Kirchenpräsident erinnerte in seinem Bericht an die Ermahnung des Paulus „Ihr seid zur Freiheit berufen!“ Dies, so Dr. Jung weiter, sei ein aktueller Aufruf an die einzelnen Christinnen und Christen und an die Gemeinden, sich immer am Maßstab der Freiheit, zu der Christus befreit hat, zu prüfen. Zugleich betonte er, dass viele Gemeindeglieder von der Evangelischen Kirche erwarteten „Kirche der Freiheit“ zu sein. Dazu zitiert Kirchenpräsident Dr. Jung zwei Stimmen von Gemeindegliedern aus dem laufenden Interview-Projekt des Evangelischen Dekanats Bergstraße.

Margrit Hechler, Konfirmanden- und Jugendarbeit, Schwanheim:
„Ich schätze die Vielfalt in der evangelischen Kirche. Ich habe die große Freiheit, meinen Glauben auszuleben. Niemand schreibt mir vor, wie ich zu glauben habe. Ich darf auch zweifeln. Ich bin nicht so starken Zwängen unterworfen und kann das einbringen, was mir wichtig ist. Das ist vor allem die Arbeit mit Jugendlichen beim Konfirmandenunterricht, bei Konfi-Freizeiten oder Mitarbeiter-Schulungen. Ich möchte ihnen zeigen, wie Glaube gelebt werden kann und dass Kirche nicht trocken und langweilig sein muss. Kirche kann beten, singen, spielen und lachen bedeuten. Ich erlebe immer wieder, wie viel Spaß wir gemeinsam haben können. Ich selbst habe drei Kinder und weiß, dass Jugendliche nach Halt suchen. Ich möchte ihnen zeigen, dass sie im Glauben Halt finden können. Auf diesem Weg möchte ich Sie ein Stück begleiten.“

Thomas Büchner, Unternehmer, Alsbach:
„Demokratie und Freiheit gehören für mich ganz wesentlich zu meinem Verständnis von evangelischer Kirche. Ich habe die Freiheit, das auszuleben, was ich glaube. Ich kenne keine andere Glaubensrichtung, die so demokratisch ist wie der Protestantismus. Wenn wir in meiner Kirchengemeinde Abendmahl feiern, werden dazu zum Beispiel alle Gottesdienstbesucher ganz gleich welcher Glaubensrichtung ausdrücklich eingeladen. Diese Offenheit ist mir wichtig.“

Beide, so der Kirchenpräsident, sagten sehr deutlich, dass für sie Freiheit ein Wesensmerkmal der Kirche sei. Freiheit bedeute aber nicht Beliebigkeit. Dr. Jung wörtlich: „Sie wissen, dass sie in einer Gemeinschaft von Menschen sind, die gemeinsam Gottesdienst feiert und die gemeinsam nach dem Weg des Glaubens fragt. Die Gemeinschaft versucht Freiheit zu leben. Niemand wird vereinnahmt. Sie ist offen und lädt ein. Sie bietet Raum für persönliche Fragen und Zweifel und für persönliches Engagement.“

Derzeit werden Menschen aus allen 34 Gemeinden im Dekanat Bergstraße befragt, warum sie evangelisch sind, was Ihnen an der evangelischen Kirche wichtig ist, warum sie sich in der evangelischen Kirche engagieren, was es für sie eigentlich heißt, evangelisch zu sein? Dazu wird eine Ausstellung mit Bildern und Texten der Befragten vorbereitet. Sie wird  am 29. Juni um 20.00 Uhr im Heppenheimer Haus der Kirche eröffnet. Das Projekt ist damit noch nicht abgeschlossen.  Die Ausstellung ist eine erste Zwischenbilanz des Interview-Projekts, das bis zum Herbst fortgesetzt wird.

Weitere Berichte über die Synode unter: www.ekhn.de/synode

 

Foto: Kirchenpräsident Dr. Volker Jung bei seiner Rede auf der Synode
Foto: ekhn
Text: bet