21.04.11 "Für den schnellst möglichen, vollständigen und endgültigen Atomausstieg" - Ostermontag in Biblis


Die Evangelischen Dekanate Bergstraße und Ried ziehen in der Diskussion um die Atomenergie an einem Strang. Der Dekanatssynodalvorstand des Dekanats Ried unterstützt die von der Bergsträßer Dekanatssynode  beschlossene Resolution und schließt sich damit der  Forderung nach dem „schnellst möglichen, vollständigen und endgültigen Atomausstieg“ an.

In der Resolution, die das Bergsträßer Kirchenparlament am 18. März mit großer Mehrheit auf seiner Frühjahrstagung in Bensheim verabschiedete, heißt es wörtlich: „Nicht nur die ältesten – in unserer Region die Reaktoren Biblis A und B – sondern alle Atomreaktoren sollen vom Netz genommen und dauerhaft still gelegt werden.“ Die Nutzung der Atomenergie habe unbeherrschbare und tödliche Folgen, heißt es in der Resolution weiter. Was Restrisiko bedeute, das theoretisch nur alle 10.000 Jahre zu einem atomaren Unfall führe, hätte die Menschheit innerhalb von nur 25 Jahren zweimal erleben müssen. Am 28. April 1986 mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und jetzt in Japan.

An die Atomkatastrophe von Tschernobyl wollen Atomkraftgegner bei einer Demonstration am Ostermontag in Biblis erinnern. Die Organisatoren wenden sich gegen die weitere Nutzung der Atomenergie und fordern, die beiden Bibliser Reaktoren endgültig stillzulegen und nicht nur vorübergehend  abzuschalten. Die Demonstration beginnt um 12.00 Uhr. Der ursprünglich geplante Stenrmarsch von drei Treffpunkten rund um Biblis zur katholischen Kirche in der Ortsmitte ist wegen des erwarteten großen Andrangs gestrichen worden. Stattdessen werden an drei Orten um 13.00 Uhr zeitgleich Kundgebungen stattfinden.

Während der Demonstration sollen Kreuze und Gedenkzeichen symbolisch zu einem Gräberfeld aufgestellt werden. Nach einer Schweigeminute wird an die Opfer des atomaren Unfalls gedacht. Dazu sprechen neben dem Umweltpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Hubert Meisinger auch Nikolaj Bondar. Er gehörte zu den so genannten „Liquidatoren“ von Tschernobyl. So werden Menschen genannt, die ihr Leben einsetzten und ihre die ihre Gesundheit riskierten, um zu verhindern, dass die Folgeschäden der Reaktorkatastrophe noch schlimmer werden, als sie es ohnehin schon sind. Pfarrer Schneider-Quindeau aus Frankfurt hat zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe eine Klage- und Erinnerungsliturgie veröffentlicht. Den Text finden Sie hier

Das Zentrum der Ökumene der EKHN zeigt vom 21. bis zum 31. Mai in der Frankfurter St. Katharinenkirche, An der Hauptwache eine multimediale Ausstellung über die Reaktorkatstrophe. Begleitend dazu besteht auch die Möglichkeit zu Gesprächen mit ehemaligen „Liquidatoren“. Nähere Informationen finden sie hier

 

Foto: das AKW Biblis
Text: bet