05.04.11 Die Evangelische Gemeinde in Heppenheim feiert Jubiläum - 110 Jahre Selbstständigkeit


Die evangelische Kirchengemeinde in Heppenheim feiert ein 110jähriges Jubiläum. Die Geschichte des Protestantismus in der Kreisstadt reicht zwar bis in die Reformationszeit zurück. Doch erst am 11. April 1901 wurde die evangelische Kirchengemeinde Heppenheims wieder selbstständig.

Im 19. Jahrhundert gehörten die Evangelischen in Heppenheim zunächst zu Auerbach, dann als Filialgemeinde zu Bensheim. Mit dem dortigen Kirchbau wuchsen die Bestrebungen, eine unabhängige Gemeinde zu werden. 1886 begann der Bau einer eigenen Kirche im neugotischen Backsteinstil an der Darmstädter Straße. Sie wurde 1888 eingeweiht. Und mit Pfarrer Johannes Guyot hatte die evangelische Kirchengemeinde Heppenheim erstmals seit dem 17. Jahrhundert wieder einen eigenen Pfarrer. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Gemeinde so stark an, dass 1962 in der Weststadt eine zweite Kirche gebaut wurde und 1967 zwei Kirchengemeinden entstanden: die Christuskirchengemeinde und die Heilig-Geist-Kirchengemeinde.

Basierend auf den bereits bekannten Publikationen des ehemaligen Lehrers Heinrich Heß und des Pfarrer i.R. Dirk Römer hat der Heppenheimer Historiker Prof. Dr. Karl Härter anlässlich der 110-Jahr-Feier einen umfangreichen, mit historischen Abbildungen versehenen Artikel über die Geschichte der Evangelischen in Heppenheim bis in das Gründungsjahr 1901 ausgearbeitet. Diese interessante Lektüre wird vom Jubiläumssonntag an bei der Heilig-Geist-Kirchengemeinde erhältlich sein.

Zum 110-jährigen Gründungsjubiläum wird am Sonntag, 10. April, um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche gefeiert, an dem derzeitige und ehemalige Gemeindepädagoginnen und Pfarrerinnen bzw. Pfarrer mitwirken.  Die Predigt hält Pfarrerin Ulrike Scherf, Dekanin des Evangelischen Dekanats Bergstraße mit Sitz im Heppenheimer „Haus der Kirche“.

Um 16.00 Uhr spielen die Gisela Herting (Cembalo), die ehemalige Kirchenmusikerin der Gemeinde, zusammen mit Stephanie Holtorp (Blockflöte) und Klaus Holtorp (Fagott) ein Festkonzert, das ebenfalls in der Heilig-Geist-Kirche zu hören sein wird. Die Stücke von Linike, Telemann, Morula, Händel und anderen stammen aus dem 17. Und 18.Jahrhundert.

Zum Abschluss des Festtages wird um 19.00 Uhr die ökumenische Taizé-Andacht in der Heilig-Geist-Kirche stattfinden. Sie ist ein Zeichen der lebendigen Verbundenheit katholischer und evangelischer Kirchengemeinden Heppenheims. Besonders an einem solchen Festtag ist sie Zeugnis dafür, dass Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen nach wechselvoller Geschichte heute miteinander unterwegs sind und an vielen Stellen wie selbstverständlich zusammenarbeiten.

Termine:
Sonntag, 10. April 2011, Heilig-Geist-Kirche
10.00 Uhr, Festgottesdienst zum 110jährigen Bestehen
16.00 Uhr, Festkonzert mit Cembalo, Blockflöte und Fagott
19.00 Uhr, ökumenische Taizé-Andacht


Foto: Roter Backstein - der Turm der Heilig-Geist-Kirche in Heppenheim
Text: Heilig-Geist-Gemeinde

Foto: bet