28.03.11 Bewahrung der Schöpfung - EKHN empfiehlt Wechsel zu Ökostrom-Anbietern


Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) empfiehlt den Wechsel zu Ökostrom-Anbietern. Um die Schöpfung zu bewahren, sollten Christen darauf achten, ob die Energieerzeugung umweltfreundlich erfolge oder ob sie Ressourcen unwiederbringlich verbrauche, teilte die EKHN in Darmstadt mit.

„Wir beziehen bereits Ökostrom. Die EKHN hat 2009 Rahmenverträge mit Naturstrom und Lichtblick abgeschlossen, “ erklärt Pfarrer Dietmar Burkhardt, Referent für interne Kommunikation in der Kirchenverwaltung der EKHN. Auch kirchliche Einrichtungen wie das Medienhaus in Frankfurt sowie evangelische Kirchengemeinden sind bereits umgestiegen.

Reiner Ökostrom muss zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen, also von Wind, Wasser, Biomasse oder Sonne, erklärt das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) der EKHN in Mainz. Erneuerbare Energien werden nur dann gefördert, wenn mit dem Stromentgelt neue Anlagen zu ihrer Erzeugung gebaut werden.

Das ZGV empfiehlt vier Ökostrom-Anbieter: Naturstrom AG, Lichtblick GmbH, Greenpeace energie e.G. und die Elektrizitätswerke Schönau GmbH. Daneben könnten die Angebote regionaler Stromerzeuger geprüft werden. Ökostrom-Anbieter können durch Zertifikate unterschieden werden. Der Energieberater der EKHN, Burkhard Müller, empfiehlt das "Grüner Strom Label" und das "OK Power"-Label.

Der Verein Grüner Strom Label wurde unter anderem von den Umweltschutzorganisationen BUND und NABU gegründet. Er zeichnet Anbieter aus, deren Strom zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt und die Gewinne in neue Anlagen investieren. Das Gütesiegel "OK Power" wird unter anderem vom Öko-Institut und dem WWF Deutschland an Anbieter vergeben, deren Strom aus erneuerbaren Quellen und höchstens zur Hälfte aus umweltfreundlichen, etwa mit Gas betriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammt.

Der Begriff "Ökostrom" ist nicht geschützt, gibt die Verbraucherzentrale Hessen zu bedenken. Mancher Ökotarif halte nicht das, was die Werbung verspreche. Es gebe Stromerzeuger, die ohnehin vorhandene Strommengen aus abgeschriebenen Wasserkraftwerken oder aus Anlagen Dritter als Ökostrom verkauften, dadurch aber den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen nicht förderten. Auch die sogenannten RECS-Zertifikate nutzten der Umwelt nichts, weil sie unabhängig von der Stromerzeugung gehandelt würden und den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht förderten.

Evangelische Kirchengemeinden können sich beim Abschluss von Stromverträgen auf die Rahmenverträge der Kirchenverwaltung beziehen. Der Strom von "Naturstrom" sei fast günstiger zu beziehen als der vom traditionellen Anbieter, sagt Energieberater Müller. Wie viele Kirchengemeinden genau sich darauf eingelassen haben, weiß Müller nicht. Mindestens mehrere Hundert Stromzähler von insgesamt rund 5.000 in den kirchlichen Gebäuden der EKHN würden mit erneuerbarem Strom beliefert.

Die Dekanatssynode des Evangelischen Dekanats Bergstraße hat sich bei ihrer Tagung am 18. März 2011 für den schnellst möglichen, vollständigen und endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Die Resolution finden Sie hier


Weitere Informationen bei:
Barbara Köderitz
Referentin für gesellschaftliche Verantwortung im Ev. Dekanat Bergstraße
Tel.: 06252/ 6733-43
E-Mail: koederitz@haus-der-kirche.de

Foto: Stromkunden haben die Wahl - Strom aus herkömmlicher oder aus regenerativer Energie
Text: epd / ekhn.de /
bet