07.03.11 Presseschau - Der Aktionstag für den freien Sonntag in den Medien


Der Aktionstag zum Sonntagschutz am 3. März ist in den Medien auf breite Resonanz gestoßen. Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen und auch der HR berichteten ausführlich. Weil für den freien Sonntag in allen Dekanaten der Propstei Starkenburg Flagge gezeigt wurde, beschränkt sich diese Presseschau nicht allein auf die Bergsträßer Medien.

„Ein Geschenk des Himmels“ titelte das Starkenburger Echo. In dem Bericht von Bernd Sterzelmaier heißt es:

Der Aufruf zur Demonstration am 3. März war kein Zufall: Im Jahr 321, also vor 1690 Jahren, hatte der römische Kaiser Konstantin den Ruhetag unter Schutz gestellt, wie es das Grundgesetz bis heute tut… Ulrike Scherf wies darauf hin, dass das hessische Ladenöffnungsgesetz die Möglichkeit schafft, bei „besonderen Anlässen“ an bis zu vier Sonntagen im Jahr das Feiertagsgebot zu brechen. „Wer keinen Anlass hat, erfindet einen“, so die Dekanin. Sie appellierte an die Abgeordneten des hessischen Landtags, bei der Novellierung des Gesetzes Ende des Jahres den Schutz des Sonntags zu verstärken.

Im Bergsträßer Anzeiger schreibt Thomas Tritsch:
Der Sonntag ist ein Ruhetag und in jeder Hinsicht unbezahlbar", kommentierte der katholische Dekan Thomas Groß. "Da gibt es nichts zu verdienen." Der Ehrenvorsitzende des Sportkreises Bergstraße,  Horst Knop sagte in Heppenheim, dass der Sonntag nicht durch eine allgemeine Kommerzialisierung ins Abseits geschoben werden dürfe. Für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Heppenheim kritisierte Vorsitzender Franz Beiwinkel das Verständnis vom Menschen als "Arbeitnehmers auf Abruf", das gewerkschaftlichen Grundsätzen im Kern widerspreche…Als erste Bergsträßer Kommune war die Stadt Heppenheim der Allianz beigetreten. Bürgermeister Gerhard Herbert verwies auf die geschlossene Unterstützung von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, was den Sonntagsschutz betrifft. In der Kreisstadt beschränke man sich auf zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern.

Zu den Artikeln veröffentlichten sowohl das Starkenburger Echo als auch der Bergsträßer Anzeiger jeweils ein Foto des großflächigen Transparents „Sonntag – ein Geschenk des Himmels“,  das zurzeit noch  an der Heppenheimer Heilig-Geist-Kirche zu sehen ist.


„Am siebten Tage sollst du ruhen“ lautet die Schlagzeile auf der Dieburger-Seite des Darmstädter Echo. Das Blatt schreibt:

Gestern wurde mit Aktionstagen in Dieburg, Darmstadt und Heppenheim auf die Entwicklung aufmerksam gemacht: „Der Sonntag ein Geschenk des Himmels“, war auf einem großen Banner zu lesen, das die Spitze des Aktionszuges in Dieburg markierte. Als kaiserlicher Ausrufer verkündete Werner Stoklossa vom Dekanat Vorderer Odenwald den Beschluss des Kaisers. Jürgen Planert vom DGB Südhessen fand klare Worte für die Entwicklung: „Wir unterliegen mehr und mehr einem Diktat der permanenten Verfügbarkeit.“  Schon in der Bibel heiße es „Am siebten Tage sollst du ruhen“, erklärte der Katholische Dekan Erhard Weilbächer. Gerade der Sonntag als Feiertag gebe Gelegenheit, den christlichen Glauben zu feiern und sich zu besinnen. Auch die sozialen Aspekte litten unter solchen Tendenzen, wie der evangelische Dekan Joachim Meyer erläuterte: „Heute ist es schwierig überhaupt noch alle an einen Tisch zu bekommen, in vielen Familien bietet der Sonntag die einzige Gelegenheit dazu.“

Der Sonntag feiert Geburtstag“ heißt die Überschrift in der Zentralausgabe des Darmstädter Echo. In dem Bericht wird Pfarrer Siegmund Krieger zitiert. Im Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt ist er für Öffentlichkeitsarbeit zuständig:
„Jeder Mensch hat ein Recht auf einen freien Sonntag, den er mit seiner Familie verbringen kann“, sagt Krieger.  „Die Menschen haben sechs Tage die Woche Zeit, um einzukaufen, da muss man Mütter und Väter nicht auch noch an Feiertagen hinter die Ladentheken jagen.“

Die Nachrichtenagentur idea meldet:

Christen und Gewerkschafter haben am 3. März in sechs Städten in der Propstei Starkenburg der hessen-nassauischen Kirche für einen arbeitsfreien Sonntag demonstriert.  Unter einem Plakat mit der Aufschrift "Sonntag - ein geschenk des Himmels" kritisierte die Dekanin des Dekanats Bergstraße, Ulrike Scherf, vor 150 Teilnehmern Ladenöffnungen am Sonntag. Laut Gesetz seien vier Sonntage nur zu besonderen Anlässen möglich, doch tatsächlich würden diese Anläasse frei erfunden."

Idea betont zugleich, dass auch in anderen Regionen Deutschlands Aktionen für den Sonntagsschutz stattfanden:

Unter dem Motto „Bayern – Laptop, Lederhose, Ladenschluss“ startete die Sonntags-Allianz am 3. März eine Kampagne für den Sonn- und Feiertagsschutz. Sie protestiert auch gegen die Absicht mehrerer bayerischer Kommunen, am „Tag der Arbeit“ (1. Mai) Sonntagsöffnungen zu erlauben.

Der Hessische Rundfunk berichtete im Hörfunk (hr 4) und im Nachrichtenblock der „Hessenschau“ ebenfalls über den Sonntagaktionstag in den Dekanaten der Propstei Starkenburg.

 

 

 





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos von oben nach unten:
zur Kundgebung vor der Heilig-Geist-Kirche kamen rund 150 Teilnehmer/innen
Moderation hatte Christel Fuchs vom Kirchenvorstand der Heilig-Geist-Gemeinde
Redebeiträge kamen von Dekan Thomas Groß (Kath. Dekanat Bergstraße-Mitte)
Dekanin Ulrike Scherf (Ev. Dekanat Bergstraße)
Horst Knop (Ehrenvorsitzender Sportkreis Bergstraße)
Franz Beiwinkel (Vorsitzender DGB-Kreisverband Bergstraße)
Gerhard Herbert (Bürgermeister von Heppenheim)
Der Posaunenchor der Heilig-Geist-Gemeinde sorgte für die musikalische Begleitung.
Beim ökumenischen Gottesdienst in der Kirche wirkten mit:
Liedermacher Clemens Bittlinger sowie
Gemeindepfarrer Frank Sticksel, Diakon Peter Jakob, Dekan Groß, Dekanin Scherf

Fotos: bet