13.11.2010 "Armen Menschen Stimme und Stütze sein" - Herbsttagung der Dekanatssynode


„Armen Menschen Stimme und Stütze sein“ – das ist nach den Worten von Präses Axel Rothermel das erkläre Ziel des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Auf der Tagung der Dekanatssynode in Lorsch, dem „regionalen Kirchenparlament“,  legte er den Rechenschaftsbericht über die Aktivitäten in den vergangenen sechs Monaten vor.

Als Arbeitsschwerpunkt bezeichnet der Präses die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung, mit der das Evangelische Dekanat gemeinsam mit den Katholischen Dekanaten Bergstraße öffentlich Stellung bezogen hat. „Wir wollen mit unserem Aufruf die Christen in unserer Gesellschaft aufwecken und aufschrecken. In der Sozialgesetzgebung liegt unserer Meinung nach eine große Fehlentwicklung vor“, so Axel Rothermel. In der Heppenheimer Erklärung heißt es unter anderem: „Wir treten dafür ein, dass jeder Mensch in Würde leben und unabhängig vom Einkommen in vollem Umfang am gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben kann.“

Dekanin Ulrike Scherf betonte, dass die Politik für die Tafeln politische Verantwortung übernehmen müsse und dies nicht auf Diakonie oder Caritas abschieben könne. Sie kündigte zugleich an, das Thema Armut bei dem nächsten Gespräch der Kirchen mit dem Bergsträßer Landrat Wilkes zur Sprache zu bringen. Auch beim Sonntagsschutz werde das Dekanat weiter Flagge zeigen. Am 3. März 2011 jähre sich der Tag zum 1690mal, an dem der damalige römische Kaiser Konstantin den Sonntag zum arbeitsfreien Tag erklärte. „Daran werden wir gemeinsam mit unseren Partnern in der Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg am 3. März des nächsten Jahres mit einer Aktion erinnern“, sagte die Bergsträßer Dekanin.

„Ohne Gegenstimme bei vier Enthaltungen verabschiedete die Dekanatssynode den Haushaltsplan 2011. Er sieht Ein- und Ausgaben in Höhe von rund 1,77 Millionen Euro vor. Ebenfalls ohne Gegenstimme votierten die Synodalen für die vom Dekanatssynodalvorstand ausgearbeiteten Leitlinien zur Vergabe der Mittel aus dem Finanzausgleichsfonds. Dies sind Gelder, die die Landeskirche dem Dekanat zur Verfügung stellt. Nach den Leitlinien sollen 80 Prozent der Gesamtsumme den Kirchengemeinden zukommen. 20 Prozent sind für regionale und Gemeinde übergreifende Projekte wie Notfallseelsorge, Hospizarbeit oder Tafel vorgesehen.


Die Dekanatssynode, die rund 75.000 evangelische Christen in 34 Kirchengemeinden vertritt, beschäftigte sich zudem mit dem Thema Fleischkonsum und Bewahrung der Schöpfung. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen stammen mindestens 18 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase aus der Landwirtschaft. Auch die Tierhaltung zur Fleischerzeugung trägt dazu bei. Die Bergsträßer Synodalen diskutierten kontrovers die Frage, ob und inwiefern der steigende Fleischkonsum ein Aufgabenfeld der Kirche sei.

Zum neuen Beauftragten für die Kindertagesstätten berief die Dekanatssynode Pfarrer Frank Stickel von der Heppenheimer Heilig-Geist-Gemeinde. Neue Beauftragte für die Ausbildung von Prädikanten wurde Pfarrerin Dr. Vera-Sabine Winkler von der Evangelischen Gemeinde Gorxheimertal.

In einem Grußwort erinnerte der Lorscher Bürgermeister Klaus Jäger an die vielen Berührungspunkt zwischen kirchlicher und weltlicher Gemeinde vor allem in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit.

Zur Beginn der Tagung hatten die Synodalen in einer Schweigeminute dem verstorbenen Ehrenpräses des Evangelischen Dekanats Professor Heinz Ufer gedacht.

 

 

 

 

 



 

 

Foto: 01 der Dekanatssynodalvorstand, am Pult rechts Präses Rothermel
Foto 02: Präses Axel Rothermel
Foto 03:Dekanin Ulrike Scherf
Foto 04: das Plenum der Dekanatssynode

Text u. Fotos: bet



 

 




 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text u. Fotos: bet