13.10.2010 Ausstellung zur Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung - Heute Eröffnung


Das Evangelische Dekanat zeigt ab heute im Heppenheimer Haus der Kirche eine Ausstellung mit sozialkritischen Bildern von Udo Marker, der sich unter dem Künstlernamen Saase für soziale Gerechtigkeit engagiert. Dazu werden Textporträts ausgestellt, in denen Menschen aus der Region zu Wort kommen, die langzeitarbeitslos sind, in Armut leben oder von Armut bedroht sind.

Auf sechs großformatigen Bildern setzt sich der in Gorxheimertal lebende Künstler Udo Marker mit Armut und Ausgrenzung auseinander. Seine Sympathie gilt dabei eindeutig den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Ergänzt werden die Bilder von sechs Porträts. Das Evangelische Dekanat hatte dafür Menschen aus der Region interviewt, die arbeitslos sind, die Hartz-IV beziehen oder in Altersarmut leben.

Eine 69jährige Rentnerin aus Rimbach sagt zum Beispiel: „Ich hätte niemals geahnt, dass ich im Alter so wenig Geld zur Verfügung habe. Ohne die Tafel könnte ich nicht überleben.“  Porträtiert wird auch ein 54jährger Hartz-IV-Bezieher, der sich  als ehrenamtlicher Helfer für die Tafel in Bensheim engagiert, sich dort selbst nicht mit Lebensmitteln versorgt. Seine Begründung: „Es gibt viel Menschen, denen es schlechter geht als mir!“

Bei der Eröffnung der Ausstellung heute um 19.00 Uhr im Haus der Kirche, Heppenheim, Ludwigstraße 13 wird Udo Marker anwesend sein. Ein aus Bulgarien stammender Straßenmusiker wird für die musikalische Umrahmung sorgen. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit der Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung, die das Evangelische Dekanat gemeinsam mit den katholischen Dekanaten Bergstraße veröffentlicht hatte.  Diese Erklärung wird am kommenden Freitag, 15. Oktober  mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten diskutiert. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Diakoniezentrum Rimbach, Schlossstr. 52a.

 

Foto: Udo Marker legte bei der Hängung der Bilder selbst Hand an.
Text u. Foto: bet