05.10.10 Presseschau - Breite Resonanz auf die "Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung"


Die gemeinsame Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung des Evangelischen Dekanats und der Katholischen Dekanate haben in den Medien ein breites Echo gefunden. Tageszeitungen, eine Wochenzeitung und der Rundfunk berichteten umfangreich über die ökumenische Initiative. Eine Presseschau zum Nachlesen und Nachhören.

„Kirchen gegen Armut und Ausgrenzung" titelt der Bergsträßer Anzeiger und schreibt:

"Wir erleben hautnah, wie groß die Not tatsächlich ist", erklärte Dekanin Scherf und sprach von einer "dramatischen Verschlechterung" der Lage für Geringverdiener und Hartz IV-Empfänger. Die Schere zwischen Kindern gut verdienender Eltern und Arbeitslosengeldempfängern klaffe immer weiter auseinander. Dass Menschen an der Armutsgrenze für ihr Recht auf Menschenwürde und Teilhabe an der Gesellschaft immer mehr Gegenleistungen erbringen müssten, dürfe nicht hingenommen werden, untermauerte Präses Rothermel den gemeinsamen Kirchenappell. "Wir fühlen uns verpflichtet zu handeln. Immer mehr Menschen mit Mindestlohn kommen auf keinen grünen Zweig. Das finden wir nicht in Ordnung", sprach sich Dekan Groß von der katholischen Kirche für einen deutlichen Perspektivwechsel und die Solidariditätsbekundung der Kirchen aus.

„Mehr Mut für Gerechtigkeit“ lautet die Überschrift in der Bürstädter Zeitung. In dem Artikel heißt es:

Begleitend zur Heppenheimer Erklärung haben die Dekanate Menschen aus der Region porträtiert, die von Armut bedroht oder betroffen sind. Eine 69-jährige Rentnerin aus Rimbach sagt: „Ohne die Tafel könnte ich nicht überleben.“ Dass Armut aus Scham oft versteckt werde, bestätige Renate Flath, Referentin des katholischen Dekanats Bergstraße-Mitte, die sich für den Bensheimer Arbeitslosentreff Lichtblick engagiert. „Viele Betroffene erleben es als demütigend, zur Tafel gehen zu müssen.“

Der Südhessen Morgen zitiert aus der „Heppenheimer Erklärung“ und schreibt:

Die Folgen dieser Entwicklung in die falsche Richtung seien über all sichtbar - etwa wenn Menschen an der Tafel in Viernheim Schlange stehen. "Es gibt Ungerechtigkeiten, die zum Himmel schreien, die das gesellschaftliche Klima vergiften, die nicht hinnehmbar sind. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar", beziehen die Kirchen eindeutig Stellung. Deshalb fordern die Bergsträßer Dekanate vehement "mehr Mut und mehr Phantasie für Gerechtigkeit".

Die Odenwälder Zeitung greift die Erklärung ebenfalls auf und verweist zugleich auf eine Diskussionsveranstaltung zu der das Evangelische und die  Katholischen Dekanate gemeinsam einladen:

„Die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung wollen die Kirchen mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten diskutieren. Dazu laden sie am Freitag, 15. Oktober, um 19 Uhr zu einer Veranstaltung im Diakoniezentrum Rimbach (Schlossstraße 52a) mit den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister (CDU) und Christine Lambrecht (SPD) ein.“

Die Evangelische Sonntags-Zeitung druckte die Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung“ im Wortlaut ab. Wie Armut im Alltag konkret aussieht, das machte die  die Wochenzeitung anhand des Porträts von Edeltraud Gerbig aus Bensheim deutlich, das im Blatt direkt neben der Heppenheimer Erklärung platziert ist: Darin heißt es unter anderem:

 „Ich gehe kaum noch aus der Wohnung. Was soll ich in der Fußgängerzone bummeln, wenn ich ohnehin nichts kaufen kann. Ich kann keine Hose kaufen, die teurer ist als 20 Euro. Ich gucke halt, dass ich das billigste bekomme, das aber dennoch gut aussieht.“

Auch der Hessische Rundfunk stellte die Heppenheimer Erklärung vor. Den Hörfunk-Bericht des HR-Regionalkorrespondenten Bergstraße, Jan Garvert in hr 4 können Sie hören. Klicken Sie bitte hier

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat den Wortlaut Heppenheimer Erklärung über ihren Newsletter im gesamten EKHN-Gebiet verbreitet


 

 

Foto: die Tafel in Rimbach
Text u. Foto: bet