20.09.10 Lebendige Partnerschaft - Evangelisches Dekanat unterstützt Aids-Waisen-Projekt in Tansania


Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang feierte das Evangelische Dekanat Bergstraße die 20jährige Partnerschaft mit der evangelischen Kirche in Süd-Tansania. Zum Jubiläum war eigens der Kirchenpräsident der Moravian Church, Reverend Mwaitebele nach Rimbach gekommen.

Sechs Kirchengemeinden im Evangelischen Dekanat haben direkte Partnerschaften mit Gemeinden in Süd-Tansania. Reverend Mwaitebele lobte die gemeinsamen Projekte, die mit Unterstützung von der Bergstraße entwickelt wurden. So engagiert sich die evangelische Gemeinde Lorsch für den Bau des Pfarrhauses in Ushirika. Gadernheim und die Heilig-Geistgemeinde Heppenheim unterstützen Kindergärten in Kyela bzw Uhuru. Die Gemeinde Jugenheim hilft ihrer Partnergemeinde Isoko bei der Beschaffung einer Maismühle. Auch die Kirchengemeinden Ober-Beerbach  und Seeheim stehen ihren Partnern in Busale und Itumba zur Seite.  „Die Hilfe kommt bei den Menschen vor Ort an“ versicherte der süd-tansanische Kirchenpräsident.

Davon konnte sich eine sechsköpfige Delegation des Evangelischen Dekanats vor Ort überzeugen. Sie hatte im September vergangenen Jahres die Partnergemeinden in Tansania besucht. Pfarrer Renatus Keller konnte dabei auch mit den Kindern reden, die durch das Aids-Waisen-Projekt  unterstützt werden. Pro Jahr stellt das Evangelische Dekanat Bergstraße dafür rund 14.000 Euro zur Verfügung. 1.600 Kinder konnten dadurch in Pflegefamilien untergebracht und ihnen auch der Schulbesuch ermöglicht werden. „Für die Waisenkinder ist dieses Projekt segensreich“, meinte Pfarrer Keller Die Kinder kämen nicht als bloße Bittsteller. Mit der Unterstützung aus Deutschland könnten sie selbst pro Monat für ihren Unterhalt in ihren Pflegefamilien zehn Euro beisteuern. Zum Vergleich: das Monatsgehalt eines Pfarrers in Süd-Tansania beträgt maximal 50 Euro.

1990 hatten das Evangelische Dekanat und die Moravian Church die Partnerschaft beschlossen. Initiator auf deutscher Seite war damals  Pfarrer Dr. Hansjürgen Günther, der heute im Ruhestand lebt und anlässlich des Jubiläums beim Partnerschaftssonntag mitwirkte. „Einheit der Kirche kann es nur geben, wenn die Vielfalt der Christen in aller Welt akzeptiert wird. Das versuchen wir beispielhaft mit der Kirche in Tansania zu praktizieren“, sagte Pfarrer Günther in seiner Predigt. Beim Festgottesdienst wirkten auch die Rimbacher Pfarrerin Andrea Engel sowie Pfarrer Renatus Keller mit, der im Dekanat der verantwortliche Leiter der Partnerschaftsarbeit ist. Musikalische Akzente setzten Kantor Klaus Thielitz, die Sopranistin Gabriele Thielitz und Konrad Dudszus mit dem Rimbacher Gospelchor.

Beim Partnerschaftsjubiläum wurde erstmals der Film gezeigt, den Mitglieder der Bergsträßer Delegation vergangenes Jahr in Süd-Tansania gedreht hatten. Damit konnten die rund 80 Gäste bildhafte Eindrücke über das Leben in Tansania gewinnen. Christel Fuchs vom Dekanatsynodalvorstand, die ebenfalls die Verhältnisse in Tansania aus eigener Anschauung kennt,  zollte den Partner in Tansania für ihren sorgsamen und solidarischen Umgang untereinander Respekt: „Wenn jemand mal nicht zum Gottesdienst kommt, wird sofort nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist, auch wenn der Weg mehrere Stunden dauern sollte. Das hat mich sehr beeindruckt“.

Grußworte sprach auch Pfarrer Andreas Tasche von der Herrnhuter Missionshilfe in Bad Boll sowie Pfarrer Dr. Johny Thonipara vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Frankfurt. Er betonte, dass Partnerschaften nicht nur eine Bereicherung für die Kirche, sondern für die ganze Gesellschaft seien.

Zum Partnerschaftsjubiläum übermittelten Gemeinden in Tansania  per E-Mail Grußbotschaften. In Tansania wurde das Jubiläum am Partnerschaftssonntag zeitgleich gefeiert. Im nächsten Jahr wird eine Delegation aus Tansania an der Bergstraße erwartet.

 

Foto: links Pfarrer Renatus Keller, Bildmitte Kirchenpräsident Rev. Mwaitebele
Text u. Foto: bet