02.08.10 "Da me o sal, por favor-Gib mir bitte mal das Salz“ - Jugendbegegnung in Portugal


Eine Jugendgruppe der beiden evangelischen Dekanate Bergstraße und Odenwald hat erstmals an einer 14tägigen Jugendbegegnung in Portugal teilgenommen. Die 14- bis 17jährigen, die  von Dekanatsjugendreferentin Ulrike Schwahn und José Rodriguez begleitet wurden, trafen in Figueira da Foz mit gleichaltrigen portugiesischen Jugendlichen zusammen.  Die Jugendbegegnung war – trotz einiger sprachlicher Missverständnisse – ein voller Erfolg, wie der nachfolgende Erlebnisbericht einer Teilnehmerin zeigt.


"Unsere Jugendbegegnung in Portugal startete am 17. Juli 2010 am Frankfurter Flughafen. Von dort flogen wir nach Lissabon, wo wir dann gleich drei Mädchen aus der portugiesischen Gruppe trafen und gemeinsam per Bus nach Figueira da Foz gebracht wurden. Dort befand sich auf einer kleinen Anhöhe mit wunderschönem Blick über die gesamte Stadt und die Bucht unsere Unterkunft, die aus einem Schlafbungalow, einem Gruppenraum und einem Essensbungalow bestand.

Kaum angekommen lernten wir auch schon auf die portugiesischen Jugendlichen kennen. Sie waren jedoch noch nicht vollzählig, da einige wegen noch bevorstehenden Prüfungen erst später dazukamen. Zusammen unternahmen wir in den vierzehn Tagen viele Ausflüge, hatten Spaß und freundeten uns nach und nach immer mehr an.

Gemeinsam besuchten wir den evangelischen Gottesdienst in Figueira und durften gemeinsam mit der portugiesischen Pfarrerin sogar einen weiteren Gottesdienst in Cova mitgestalten. Ebenso bekamen wir die Möglichkeit das dortige Sozialzentrum ein wenig zu unterstützen, indem wir an einem Morgen in gemischten Gruppen im dortigen Kinderhort, bzw. in der Kindergrippe mithelfen durften.

Ansonsten bereisten viele bekannte Städtchen, wie Óbidos, Nazaré und die alte Universitätsstadt Coimbra, chillten oft alle gemeinsam in einem der Zimmer oder auf dem Außengelände, hörten Musik und redeten, oder spielten Volleyball und genossen die Wellen am Strand. Sicher werden alle von uns schöne Erinnerungen, interessante Erlebnisse und unterschiedliche Erfahrungen mit nach Hause nehmen.

Die gesamte Jugendbegegnung stand unter dem Thema „Da me o sal, por favor“ bzw. „Gib mir bitte mal das Salz“. Das Salz stand symbolisch für das richtige Miteinander. So wie beim Würzen zu viel oder zu wenig Salz das Essen schlecht macht, so muss man auch im menschlichen Miteinander vor allem bei den doch teilweise deutlich erkennbaren kulturellen Unterschieden das richtige Maß an Geben und Nehmen finden.

So machten wir unter anderem eine Fotostory darüber, wie durch zu viel Geben oder Nehmen Konflikte entstehen können und sprachen danach auch darüber, was wir in den zum damaligen Zeitpunkt schon fast vergangenen vierzehn Tagen für Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Kulturen und Gruppen erkennen konnten. So merkten zum Beispiel viele, dass der Musikgeschmack der gleiche war. Andererseits sagten jedoch die Deutschen über die Portugiesen, dass diese vieles nicht direkt mit der betroffenen Person klären, sondern oft über mehrere Stationen „hantieren“ würden. Andersherum sagten manche Portugiesen, seien die Deutschen ihnen gegenüber wesentlich introvertierter vorgekommen und sie sahen sich selbst eher als die „Initiatoren“ in den ersten Tagen und Stunden.

Ebenso entstanden viele sprachliche Missverständnisse, so sagten wir zum Beispiel beim Frühstück „Gib mir mal bitte die Butter“ und die portugiesischen Jugendlichen schauten erst einmal komisch, denn „puta“ ist auf Portugiesisch die „Schlampe“.

Trotzdem hatten alle zusammen wunderschöne gemeinsame Tage in Portugal, die so schnell niemand vergessen möchte, wie man auch an den Stimmen der beteiligten Jugendlichen sehen kann. So von der portugiesischen Seite sagte Inês über die gemeinsame Zeit, sie liebe all die neuen Freunde, und Carolina sagte kurz und knapp, „very cool“. Von deutscher Seite sagte Olli nur: „Cool, einfach toll, mehr kann ich dazu nicht sagen“ und Pia sagte anfangs sei alles ungewohnt gewesen, sie habe sich erst an alles gewöhnen müssen, doch später habe sie alles ins Herz geschlossen.

Leider gingen diese vierzehn Tage viel zu schnell vorbei und alle mussten sich von den neugewonnenen Freunden und Freundinnen verabschieden, doch wir alle möchten versuchen möglichst Kontakt zu halten und freuen uns alle schon sehr darauf, wenn im nächsten Jahr wir Deutschen die portugiesische Gruppe in unserer Heimat begrüßen dürfen!"

Text: Hannah Schmidt